Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland
Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland

 Samstag 12.09.2020 - Inverness, Fort George, Dunrobin Castle, Beauly nach Drumnadrochit am Loch Ness

Nach einem wunderbaren Frühstück, das fast keine Wünsche offen ließ, packten wir unser inzwischen recht volles Auto und fuhren zum Fort George, welches aus dem 18. Jahrhundert stammt (als jeder König Georg hieß, die Hannoveraner, ihr wisst schon...). Dies liegt auf einer Landspitze in den Moray Firth und ist sternförmig angelegt. Ich hatte uns online Tickets für ganz früh gebucht, trotzdem gab es einigen Andrang und wir mussten warten, bis wir paarweise im Büro einchecken konnten. Bei strahlendem Sonnenschein bewunderten wir außen mal das Metallmodell des riesigen Geländes. 

Das Fort wurde nach Niederschlagung des Jakobitenaufstands im nahen Culloden von 1748-1769 erbaut, um effizient gegen künftige Aufstäde vorgehen zu können, aber die hohen Mauern mussten sich nie in einem Gefecht bewähren, denn die Schotten haben nie wieder den Aufstand gewagt.  Nach dem Haupteingang gelangten wir auf ein riesiges, offenes Gelände, welches immer noch militärisch genutzt wird. Zuerst erklommen wir den Wall rechter Hand, um die Aussicht zu erkunden. 

Als nächstes suchten wir das Highlander-Museum, ein großes Gebäude auf der rechten Seite. Hier hieß es wieder Hände desinfizieren und dann konnten wir die riesige Vielfalt an Ausstellungsstücken erkunden, sogar Hinweise auf Outlander fanden wir! Danach ging es an den Hauptgebäuden vorbei, die meisten davon nicht öffentlich zugänglich da immer noch durch dem Militär vorbehalten, über die eindrucksvolle Garnisonskapelle (deren Orgel leider keinen Strom hatte) auf die vorderste Spitze, die Point Battery, von wo wir Aussicht über den ganzen Moray Firth hatten bis auf die andere Uferseite, wo wir nachher noch vorbeikommen wollten. Wir ließen uns wirklich viel Zeit, aber schließlich erreichten wir ziemlich zerzaust wieder unser Auto. 

Dann den ganzen holprigen Weg zurück Richtung Inverness, aber diesmal machten wir noch einen kleinen Umweg über das bekannte und sehr sehenswerte Culloden House Hotel, wo auch schon Diana Gabaldon übernachtet hat. Für unseren Geldbeutel leider ein klein wenig zu kostspielig.

Nun über die große Brücke, um auf die andere Seite des Flusses zu kommen. Dort hielten wir kurz beim Chanonry Point, wo wir den umgekehrten Blick auf Fort George genießen konnten. Sehr windig!

Jetzt wollten wir relativ nahe an der Küste entland nördlich zum Dunrobin Castle fahren, welches eine gute Stunde entfernt war. Das Ticket dazu hatte ich online bereits gebucht für den frühen Nachmittag. Leider hatte ich aber die Tücken des Navis übersehen, welches uns über eine Landzunge auf eine Fähre in einem kleinen Küstenstädtchen führte. Weder hatte ich dorthin gewollt, noch kamen wir hier weiter, die Fähre war nämlich coronabedingt bereits im Winterschlaf... Also blieb uns nichts anderes übrig, als den Weg um die ganze breite Bucht des Loch Fleet herum zu fahren, mit der Aussicht auf zahlreiche Ölplattformen und eine herrliche Landschaft, aber doch recht angepisst. Schließlich mussten wir sicherheitshalber auch noch tanken, fanden eine Tankstelle außerhalb von Dingwall (die dort wahrlich nicht reichlich vorhanden sind), eine uralte, und hatten dann gerade noch Glück, denn der Tankwart und Eigentümer, ein bedächtiger und freundlicher älterer Mann, hatte gerade schließen wollen, freute sich dann aber doch über den Umsatz. 

Über die Nationalstraße A9 kamen wir schließlich über eine weitere große Brücke weiter in die Highlands nach Golspie und zum Dunrobin Castle, das größte und schönste in Nordschottland, die historische Residenz des Duke of Sutherland. Die ältesten Teile des Gebäudes stammen aus dem Jahr 1275 und wurden ständig erweitert. Ein großer Parkplatz für unser Auto und gleich ging es rein ins Schloss. Die selbstgeführte Tour, bei der man einmal durch die öffentlichen Bereiche des Schlosses geführt wird, beginnt an der großen und eindrucksvollen Treppe und führt in die erste Etage, durch den Speisesaal, komplett eingedeckt einschließlich Silberbesteck, und durch die Bibliothek mit über 10.000 Büchern. Dann geht es durch schmalere Räume und den älteren Teil des Schlosses, abwärts bis in einen Speiseraum und zum Ausgang in die Gärten.

Nun endlich in die Gärten, die schönsten in ganz Schottland, so sagt man, für mich einfach ein Ersatz für das leider noch (wegen Corona und Umbau) geschossene Drummond Castle Garden, dort werden wir nächstes Mal hinfahren. Wegen diesen Gärten waren wir überhaupt den weiteten Weg in den Norden gefahren - und es hatte sich mehr als gelohnt. Aber seht selbst....

Über einen schmalen Weg und eine breite Panoramatreppe kamen wir schließlcih in den großen Panoramagarten. Auch hier gab es eine ganze Reihe von Elefantenohr-Pflanzen, drei Springbrunnen (zwei leider außer Funktion), Pyramidengärten, Obstbäume, Kräutergärten, Buchshecken und eine Falknerei (hierfür waren wir bereits zu spät). Aber es war sehr schön und wir nahmen uns richtig viel Zeit zum Lustwandeln und genießen.

Von nun an führte unsere Route streng nach Süden, mit einem vorletzten Stop in Beauly, nicht weit östlich von Inverness gelegen. Dies war in 2018 Zeitmangel zum Opfer gefallen, weil wir auf dem Rückweg von Skye durch einen Stau fast zwei Stunden verloren hatten. Das Dorf und die Burg Beauly werden dem Clan Fraser zugeordnet (Beauly von Beau lieu = schöner Ort). Hier mündet der River Beauly in den Beauly Firth, einem Seitenarm des Moray Firth. Das kleine Dorf entwickelte sich um die Beauly Priory, gegründet 1230, damals Prioratus de bello loco genannt, also Kloster am schönen Ort. Die Reformation im 16. Jahrhundert führte zum Niedergang des Klosters, während des Bürgerkriegs im 17. Jahrhundert nutzten Cromwells Truppen das Gebäude doch tatsächlich als Steinbruch zur Erbauung von Befestigungen.

Ich wäre diesmal auf der Hauptstraße fast daran vorbei gefahren. Es war bereits später Nachmittag, sehr wolkig und begann langsam zu regnen. Der verkrüppelte, tot aussehende Baum direkt neben dem Parkplatz trug zu dem düsteren Eindruck bei.

Nun noch ein allerletztes Ziel, bevor wir zum Hotel fuhren, nicht weit davon entfernt, der am nächsten gelegene Wasserfall auf unserer Seite des Loch Ness - Divach Falls. Es ging eine kleine Straße bergan, eine Serpentine nach der anderen hinauf und wir hofften, dass wir weit genug ran kämen und nicht so weit würden laufen müssen. Wir fanden einen kleinen Parkplatz am Straßenrand, ein Schild und einen Zugang durch eine kleine Holzpforte, dann ging es noch mehrere 100 Meter hangabwärts über einen Weg, der meist kaum als solcher bezeichnet werden konnte, um Bräume drumrum und über Wurzeln, teilweise auch etwas rutschig durch den leichten Regen, aber wir ließen uns nicht abschrecken und wurden schließlich belohnt:

Nun schließlich zu unserer Unterkunft für die Nacht, dem OYO Loch Ness Drumnadrochit Hotel. Direkt daneben eine große Nessie und das Nessie Zentrum, dies aber alles aufgrund von Corona geschlossen. So modern es auf den Bildern ausgesehen hatte, so groß war dann meine Enttäuschung. Das Hauptgebäude war etwas neuer oder doch neuer renoviert, der Eingangsbereich beinhaltete das Restaurant im Cafeteria-Stil und eine kleine Theke, die als Rezeption diente. Wir bekamen von einer freundlichen Mitarbeiterin eine ausfühliche Einweisung und alles inklusive Fernbedienung in einer hygienischen Tüte überreicht. Unsere Zimmer waren in einem der Nebengebäude untergebracht, der Flur alt und die Zimmer winzig, die Fotos waren entweder woanders oder mit einem Weitwinkel fotografiert worden und hatten nichts mit unserer Realität zu tun. Naja, für die eine Nacht würde es genügen. Da es in dem Restaurant nur Burger gab, beschlossen wir uns ein Restaurant zu suchen, von denen wir in der Nähe einige gesehen hatten, die meisten waren allerdings geschlossen. Wir suchten uns ein vielversprechendes aus und wurden zum ersten Mal richtig enttäuscht. Obwohl es eigentlich auch zu einem "Hotel" dazu gehörte, eigentlich ein Pub, war der Service schlecht und das Essen nur geht so. Wir mussten tatsächlich 15 Minuten warten und zweimal nachfragen, bis wir gefragt wurden, was wir trinken wollten; der Kellner hatte für alle Augen, nur nicht für uns. Zur Essensbestellung dauerte es noch was länger, die dann der junge Mann von der Rezeption aufnahm, ab da wurde es besser, aber nur gerade so. Demzufolge war die Grundstimmung auch nur mäßig begeistert. Wir haben ihm aber auch ehrlich geschildert, was wir erlebt hatten, schließlich muss man Kritik auch höflich äußern dürfen und wir haben das Lokal nur mangels anderer Möglichkeiten und weil wir richtig Hunger hatten nicht gewechselt, aber wir waren kurz davor.

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© Daniela Biela