Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland
Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland

Montag, 29. April 2019

Für diesen Tag hatte ich mir schon lange einen Mietwagen reserviert und kurzfristig noch zwei Besichtigungen ausmachen können. Ich wollte mir auf jeden Fall noch ein paar Sachen außerhalb von Edinburg anschauen und auf mein Angebot hin wollten alle mitkommen. Die City Autovermietung lag leider am anderen Ende des Stadtzentrums, also nahmen Conny und ich in aller Frühe ein Taxi zu Europcar, wo wir einen nagelneuen SUV in Empfang nehmen durften, mit allen möglich Schikanen, nur 9 Meilen auf dem Tacho, aber leider ohne Automatik.

Wir holten die anderen 3 ab und raus gings nach Süden, wo wir um halb 10 eine Verabredung mit der Besitzerin des Glencorse Anwesens hatten für eine private Führung durch die Glencorse Old Kirk. Dies ist der zauberhafte Platz, wo die Hochzeit von Claire und Jamie gedreht wurde, sowohl außen auf dem Friedhof als auch innen in der kleinen Kapelle, die zusätzlich mit Computertechnik verändert wurde, denn in echt hat sie schon Fenster und ist weder dreckig noch unbeleuchtet. Sheila zeigte uns auch eine Fotomappe und konnte mit so manchen Anekdoten dienen, war sie doch bei den Proben und Dreharbeiten viel dabei gewesen. So konnte sie z.B. erzählen, dass Catriona, wenn sie das unsagbar schwere und einengende Brautkleid trug, in einem eigens umgebauten Golfwagen den kurzen, aber sehr steilen Berg heraufgefahren wurde, da sie das sonst nie hätte bewältigen können. Auf dem Friedhof wurden von der Produktion noch extra Grabsteine aufgestellt, damit alles so aussah wie gewünscht. Im Inneren der Kapelle wurden natürlich die Fenster heraus retuschiert und der Fußboden umdekoriert, damit es trostlos und dreckig aussah. Bei der Hochzeitszeremonie wurde mit Kunstblut gearbeitet für den Blutschwur und als das einmal daneben ging und auf Sams Kilt, war der Rest des Drehtags gelaufen. Glücklicherweise ging nichts auf das Hochzeitskleid, denn im Gegensatz zu allen anderen Kostümen, die es meist mehrfach gibt - dies gab es nur einmal.

 

Der Erbauer der Grabkapelle hat über der Tür eine Rosette anbringen lassen, wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass es eigentlich zwei ineinander verschlungene Herzen sind, wie man hört, hat er seine Frau sehr geliebt. Draußen sahen wir dann noch den Grabstein eines französischen Soldaten, der sich nach Kriegsende 1807 im Örtchen Milton Hill niedergelassen, sich dort verliebt hatte und wenige Tage vor der Hochzeit stand, als er unter mysteriösen Umständen ermordet wurde. Sehr tragisch... Dies wurde von Robert Louis Stevenson in einem seiner Romane verwendet.

Im Anschluss durften wir noch das große Zelt für die Hochzeitsempfänge besuchen und dort die Toilette benutzen, bevor wir weiter fuhren.

Die technischen Schwierigkeiten bei 1+1 sind anscheinend behoben, jedenfalls kann ich nach Monaten (!) endlich wieder Bilder drehen. Man hat mir bereits mitgeteilt, dass dieser von mir verwendete Baukasten, mit dem ich immer so zufrieden war, in absehbarer Zeit eingestellt wird, und dann wird es die Seite so nicht mehr geben. Ich war total geschockt. Soll heißen, all die Arbeit, die im Aufbau der Seiten steckt, muss irgendwann neu gemacht werden! Wir reden hier von Hunderten und Hunderten von Stunden an Arbeit, das ist Lebenszeit (-Verschwendung). Natürlich nicht nur von mir, sondern von allen Nutzern. Ich mag gar nicht an die denken, die sich einen Webshop damit gebaut haben. Und ich rede hier nicht von den Texten, die natürlich auch viel Arbeit sind, die kann man kopieren und neu einfügen. Aber mit Abstand der meiste Aufwand ist das Einfügen der Bausteine (Texte, Bilder, Bildergalerien, Strukturen, Seiten usw.) und vor allem der Aufbau der Bildergalerien, das Hochladen und Bearbeiten der Bilder, alles dies nochmal von vorn und das kostet RICHTIG viel Zeit...

 

Man mag vielleicht verstehen, dass ich nach dieser Ankündigung erstmal keine große Lust hatte, weiter an der Seite zu arbeiten, da es irgendwann ja doch für die Katz sein wird. Dann kam noch unsere Irlandreise (die ich auf Druck meiner Mitreisenden hier auch noch beschreiben soll!), aber nun geht es langsam wieder

weiter!

Nachdem wir - leider vergeblich - versucht hatten, per Auto Zugang von hinten zur Old Mill Lade, dem Drehort für den heftigen Streit nach der Befreiung Clares aus Fort Wiliam zu finden, hatten wir einen Termin zur Besichtigung von Newhailes House. Es liegt in Musselburgh, im Südosten von Edinburgh und relativ nahe am Meer. Dort wurden die Szenen mit Jamie und Gouverneur Tryon gedreht, für Staffel 4. Wir hatten Plätze für die Führung um 10.30 Uhr gebucht. Ich hatte online gesehen, dass dort momentan Bauarbeiten stattfinden, wir waren über das Ausmaß aber ziemlich erschüttert. Schon von außen ist das Gebäude restaurierungsbedürftig, das Treppengeländer teilweise nur notdürftig gesichert, aber innen erst... Wir sahen gleich zwei Mitarbeiterinnen bei der Mottenbekämpfung, ja, man hat dort momentan ein massives Mottenproblem, soll heißen jedes Möbelstück wird einzeln behandelt, eingepackt, eine Weile in die auf dem Hof befindlichen Gefriercontainer gesteckt, um die lästigen Tierchen abzutöten. Demzufolge standen überhaupt keine Möbel mehr auf ihren Plätzen und es bedurfte schon sehr viel Fantasie, sich die Räume im Normalzustand vorzustellen. Wir erfuhren einiges über die Familiengeschichte und die des Gebäudes, durften aber leider gar keine Bilder machen, auch nicht in der großen Bibiliothek, wo vor dem Kamin gedreht worden war. Die riesigen Bücherregale waren alle leer, die Bücher waren an eine staatliche Bibliothek gespendet worden. Ganz schlimm sah es im Untergeschoss und der Küche aus, wo wir nur einen Blick reinwerfen durften. Zum Schluss ging es durch einen fast stockfinsteren ehemaligen Dienstbotengang ca. 20 Meter Richtung Ausgang und wir bekamen alle ein Mottenset geschenkt. Ich muss schon sagen, solch eine sonderbare Führung hatten wir noch keine...

Weiter ging es zum Schmuckstück unserer Reise, zu Gosford House weit draußen im Osten direkt am Meer gelegen. Wir suchten mit Hilfe des zugesagten Plans den Parkplatz, fuhren an der ganzen, kilometerlangen Mauer entlang bis zu einem Hofladen, wo wir auch Zugangstickets kaufen konnten. Jedenfalls wollte ich sie komplett bezahlen, der Ladeninhaber konnte nicht genug rausgeben und war auch mit einem kleinen Betrag zufrieden - erkennbar nicht sein Geld.
Ich hatte - leider vergeblich versucht - einen Termin zur Besichtigung des Hauses zu bekommen und versuchte es vor Ort nochmal, aber leider ohne Erfolg. Es war kein Besichtigungstag - die sind dünn gesät - der Hausherr, der Earl, war selbst zu Hause und daher kein Zugang möglich. Die Gärten sind aber sozusagen öffentlich, sehr weitläufig und mit vielen schönen Orten gespickt, sehr gepflegt und auch das Wetter hat wunderbar mitgespielt, wie man an den Bildern erkennen kann. Das Äußere des Herrenhauses steht für Helwater, wo Jamie als Knecht zwangsverpflichtet wird und William aufwächst. Das Innere stand für Ellesmere, wohin Geneva verheiratet wird und William geboren wird. Es ist so prächtig, dass es auch gerne für Hochzeiten usw. gemietet wird, wer weiß, vielleicht haben wir irgendwann in der Zukunft doch einmal Glück. So erwanderten wir den wirklich riesigen Garten mit einem weitverzweigten künstlichen Teich, Stallungen, einem Mausoleum, einem Seerosenteich mit kleinem Wasserfall usw., bevor wir wieder beim Hofladen über den Rest des Nachmittages berieten, wir hatten das Auto ja nur für den einen Tag gemietet.

Schließlich entschieden wir uns für das nahegelegene Prestonpans, was ohnehin auf dem Rückweg Richtung Edinburgh lag, ein bekanntes und berühmtes Schlachtfeld aus dem Jakobitenkrieg. Wir parkten das Auto in einer ruhigen Einfahrt und erklommen einen kleinen steilen Hügel zu einem Aussichtspunkt über die ganze Gegend. Trotz der angebrachten Schautafeln fiel es uns schwer, die damalige Landschaft zu identifizieren, zuviel hatte sich wohl seither geändert.

Auf dem Rückweg Richtung Westen einigten wir uns darauf, das Auto noch an diesem Abend abzugeben. Leider hatte die Autovermietung in der City nur bis 18 Uhr geöffnet, das war doch recht früh am Tag, und keine Möglichkeit, das Auto später abzugeben und den Schlüssel einzuwerfen. Mit Parken in der Nähe unseres Apartments sah's schlecht aus bzw. nicht günstig. Also am gleichen Tag abgeben. Es hätte eigentlich noch für eine Station reichen können, z. B. Culross auf der anderen Uferseite von Edinburgh, aber der dichte Verkehr und schließlich Stau machten uns einen Strich durch die Rechnung. Keine gab sich sonderlich enttäuscht, schließlich hatten wir doch viel gesehen an diesem Tag. Schließlich reichte es nur zu einem kurzen Stop bei einem schottischen Aldi und wir erreichten pünktlich die enterprise Station. Entgegen unserer Befürchtungen, das Auto war für einen Tag doch ziemlich dreckig, war die Mitarbeiterin dort sehr freundlich "das Auto wird doch sowieso gewaschen", der Sprit kostete uns unerwarteterweise knapp 2 Euro pro Nase und die Abwicklung war kurz und schmerzlos. Man bestellte uns noch ein Taxi und los gings wieder Richtung Westen, heimatwärts, zu einem Lokal. Wir hatten einen total witzigen Taxifahrer, Joe, der uns ein italienisches Lokal empfahl, zu dem wir Beziehungen hatten. Wir hatten eigentlich an den Grassmarket gedacht, aber ließen uns überzeugen und landeten im "Gusto", einem Edel-Italiener mit edlen Preisen. Wir haben gut gegessen, aber hinterher bedauert, dass wir nicht am Grassmarket waren. Von dort aus konnten wir in knapp 10 Minuten bei schönstem Wetter nach Hause laufen.

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© Daniela Biela