Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland
Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland

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Sonntag, 9. September - Doune, Stirling und Dunblane

 

Am Sonntag morgen ging es nach einem weiteren Frühstück in der Tinderbox wieder nach Nordosten, ungefähr die gleiche Route wie am Vortag, Richtung Stirling, ein Stück davor bogen wir ab nach Doune. In dem kleinen Örtchen, direkt neben dem Castle, hat nach einiger Aussage bis vor wenigen Monaten Terry Dresbach gewohnt hat, vermutlich mit Ronald D. Moore, Ihrem Ehemann und Produzenten der Serie, und zwei Hunden.

Und so zeigte ich meinen Mitreisenden die Einfahrt zu Terry’s Haus, rein fuhren wir natürlich nicht, ist schließlich privat und sie wohnt ja auch nicht mehr dort, sonst hätte sie das sicher nicht bei Twitter gepostet. Aber es lag haltauf dem Weg direkt vor der Einfahrt zu Doune Castle, das in der Serie benutzt wurde um Castle Leoch, den Stammsitz der McKenzies, zu repräsentieren. Hier lösten wir schließlich die Gutscheine für unseren Explorerpass ein, was ein bisschen Bürokratie darstellte und dauerte, dazu bekamen wir Headsets, zu Karins und Connys Enttäuschung gab es die leider nur auf Englisch, dafür aber, was mir immer wieder sehr gut gefällt, wenn ich nach Doune komme, teilweise mit Sams Heughans Stimme als Erklärung zu den Outlander-Locations auf der Burg. Leider gab es im Innenhof immer noch ein großes Baugerüst, kein sichtbarer Fortschritt der Bauarbeiten, auch oben auf dem Wehrgang hatte sich augenscheinlich seit meinem letzten Besuch nichts getan. Ich schaute mir mit Conny und Katrin die einzelnen Räume an, übersetzte ihnen teilweise die englischen Erklärungen und freute mich mal wieder über Sams wunderbare Ausführungen, wie es während der Dreharbeiten hier ausgesehen hatte und wie er über die gälische Sprache, die er vorher gar nicht konnte, Zugang zu seiner Rolle bekam. Man hatte den Innenhof des Castles komplett mit Erde überzogen. Vor dem Castle standen jede Menge Zelte, Hütten, Kochkessel und andere Aufbauten, sprich ein ganzes Dorf. Auf den Wiesen dahinter wurde das Shinty-Spiel (ähnlich Hockey) ausgetragen, die meisten Mitspieler waren echte Shinty-Spieler und es ging richtig hart zur Sache, er und Graham McTavish (spielte Dougal) schenkten sich nichts, im Gegenteil, beide trugen etliche Blessuren davon. Als sie die Szene mit der Ankunft von Jamie und Claire auf Burch Leoch drehten, war es so richtig schweinekalt, das Team trug Thermounterwäsche, er trug, naja, seinen Kilt und Catriona (Claire) nur ein dünnes Hemdchen. 

 

Wir bewunderten vor allem die riesige Küche, von der ich berichten konnte, dass sie für die Dreharbeiten im Studio komplett maßstabsgerechnet nachgebaut worden war, weil man sonst Angst gehabt hätte, die Originalküche zu beschädigen.
Und im letzten Raum im Untergeschoss entdeckte ich schließlich, warum im Kassenraum so wenig Artikel zum Verkauf angeboten wurden, denn man hatte einen ganzen Kellerraum zum Souvenirshop umgestaltet! Natürlich wurden wir dort auch fündig, Postkarten und ein toller lederner Krug, tolle Bücher rund ums Thema, außerdem bekamen wir eine schöne Karte von visitscotland.com mit allen Drehorten von Staffel 1-3, eine Karte für jede in unserer Gruppe.

 

Und wir trafen vor der Weiterfahrt noch auf einen echten Schotten in einem traditionellen Kilt, immer wieder etwas Besonderes, sieht man doch meist die moderneren Kilts mit fest genähten Falten, also mehr eine Art Faltenrock für Männer. Wenn man die Leute freundlich fragt, haben sie auch nie etwas dagegen, sich fotografieren zu lassen, sind sie doch stolz auch sich und wie sie sich präsentieren.

Im Giftshop erwarb ich auch ein kleines Büchlein "Clans & Tartans", welches zu jedem nur erdenklichen Clan den Tartan, das Crest Badge und das Motto aufzeigt sowie die Geschichte des Clans erklärt. Sehr interessant!

Als Nächstes ging es weiter nach Stirling Castle, etwas nordöstlich von Doune. Die Altstadt und die Burg liegen auf einem vulkanischen Bergrücken, also ging es richtig steil nach oben. Wir fanden wieder einen schönen Behindertenparkplatz nahe beim Eingang und nach dem Einlass konnten wir uns gerade noch einer kurz zuvor begonnenen Tour anschließen, leider wieder nur auf Englisch verfügbar. So übersetzte ich nach Bedarf die Details und wir gingen von der unteren Batterie hoch in den Innenhof vor den Palast, die große Halle und die Schlosskapelle. Die Außenfassade der Great Hall wird derzeit aufwändig renoviert und ist deshalb eingerüstet, die Farbe, so der Führer, sei aber keinesfalls orange, apricot oder gelb, sondern – Königsgold, wer etwas anderes sagt, legt seinen Kopf quasi aufs Schafott! Die große Halle  mit ihrer imposanten Holzdecke aus massiven Eichenbalken ist sehr beeindruckend, gebaut ohne einen einzigen Nagel, nur mit Holzverstiftungen. Man riecht heute noch den frischen Holzduft. Wo heute die Vorhänge an den Wänden sind, hingen früher Wandbehänge und -teppiche, an der kleinen Empore oben seitlich stand früher ein Trompeter bei festlichen Ereignissen im Saal, und als Ihre Majestät die Queen vor wenigen Jahren hier zu einem Bankett war, hat man das aufgegriffen und sie von dort durch einen Trompeter stilecht begrüßen lassen. Die Kapelle kann man theoretisch für eine Hochzeit mieten, liegt dann aber bei den Kosten mindestens im sechsstelligen Bereich. Hier beendete unser Führer seine Tour noch mit ein paar guten Ratschlägen für den weiteren Verlauf und entließ uns in den Rest der Burg.
Wir gingen in den Palastbereich, der in den letzten Jahren aufwändig und historisch möglichst korrekt renoviert worden war. Man feierte bzw. stellte nach das Jahr 1542, als König James V. und seiner Ehefrau Marie de Guise (aus Frankreich) die Thronfolgerin Mary geboren wurde, die wir als die spätere Maria Stuart kennen, von den Schotten aber Mary Queen of Scots genannt. In den Räumen der Königin trafen wir auf eine junge Dame in königlichen Gewändern, die für die Palastbesucher die Königin Marie de Guise darstellte. Sie verabschiedete gerade eine Gruppe spanischer Touristen auf Spanisch und ich sprach sie einfach spaßhalber auf Deutsch an, worauf sich herausstellte, dass dies eine von 5 Fremdsprachen war, die sie gut und fließend sprach, verbunden mit königlicher Eleganz war sie genau die Richtige für die Rolle, die sie verkörperte, den ganzen Tag wechselndes Publikum zu unterhalten und würdevoll vom Dasein der Königin zu erzählen. Ich kannte sie noch aus dem Vorjahr, damals verkörperte sie eine Hofdame der Königin und trug da auch ein entsprechendes Kleid, woraufhin wir eine interessante Unterhaltung über Renaissancegewänder hatten. Marie de Guise und der König hatten eine damals eher ungewöhnliche Beziehung, denn zwischen ihnen herrschte ernsthafte Zuneigung. Der König hatte nach einer Pflichtheirat und dem frühen Tod seiner ersten Ehefrau eine Französin geheiratet, die nicht aus dem Hochadel stammte, sondern aus einer sehr wohlhabenden Kaufmannsfamilie und die ihn sowohl finanziell als auch mit manch gutem Rat und besten Beziehungen unterstützte. Wir konnten uns kaum von der jungen Darstellerin trennen, so angeregt und nett war unsere Unterhaltung, aber irgendwann mussten wir doch einmal weiter und trafen im Nebenraum auf den Darsteller des königlichen Verwesers, des Earl of Arran, der nach dem frühen Tod von Maria Stuarts Vater, nur wenige Tage nach ihrer Geburt, Schottland stellvertretend regierte. Auch sein Gewand durften wir bewundern.
Im tiefsten Teil der Burganlage ist ein Teppichmuseum, wo Teppiche, alte Motive und die Herstellung demonstriert werden. Conny entdeckte zu ihrer Begeisterung ein historisches Teppichmotiv, wovon sie in ihren Mittelaltersachen eine Replik besitzt und weiß nun, woher dieses ursprünglich stammt.
Nach einem Besuch im Souvenirshop und im Café sowie einigen letzten Bildern hoch oben vom Berg hinab auf die weite Landschaft brachen wir auf Richtung Wallace Monument. Sabine schaute sich noch kurz die neben der Burg liegende Kirche Church of the Holy Rude an. "Rude" bedeutet in diesem Zusamenhang nicht unhöflich oder grob, sondern es ist das Holz des Kreuzes Christi gemeint. Hier wurde Maria Stuart's Sohn James zum König gekrönt.
Das Stadthaus Argyll’s Lodging etwas unterhalb der Burg, welches auch zum Explorer Pass gehört und sehr sehenswert ist, war leider zeitweise geschossen.

Das Wallace Monument liegt nur ca. 1 Meile Luftlinie vom Castle entfernt auf einem steil aufragenden Hügel und besteht in der Hauptsache aus einem 67 m hohen Turm mit einem Museum. Selbst hoch fahren kann man nicht, es gibt am Fuß des Berges einen kostenlosen und ausreichenden Besucherparkplatz, von dem ein Shuttlebus ständig zum Monument hoch und runterfährt, auch dieser ist kostenlos und der Fahrer fuhr sofort los, als wir 5 eingestiegen waren. Das Erdgeschoss des Monuments ist ebenfalls kostenlos, nur wer den Turm besteigt und die dortigen Räume besichtigt, muss Eintritt zahlen. Wir waren aber bereits mit der Aussicht von der Aussichtsplattform über ganz Stirling sehr zufrieden und sparten uns den Aufstieg mit 246 Stufen. Auf der Wiese neben dem Gebäude stellten zwei Darsteller in historischen Kostümen einige Szenen um die berühmte Schlacht dar, die William Wallace für die Schotten gewonnen hat. Währenddessen wurde das Wetter immer stürmischer, Christina und Karin verabschiedeten sich zuerst mit dem Shuttlebus nach unten, wir anderen blieben bis zum Schluss der Vorführung und trotzten der inzwischen stürmischen und nassen Witterung, bis wir einen Platz auf der nächsten Shuttlefahrt nach unten ergatterten.

Wir fuhren ein bisschen weiter, bis ich meinen Freundinnen das Pathfoot Building der Universität Stirling zeigen konnte, auf dessen Stufen und Innenraum mit Brianna, Roger und Geillis für die letzte Folge von Staffel 2 gedreht worden war. Erbaut 1967 als erster Teil von Stirlings neuer Universität, war es ein idealer Schauplatz für die späten 60er und frühen 70er Jahre.

Nach ein paar Bildern fuhren wir weiter zur wenige Kilometer entfernten Dunblane Cathedral, einer wunderschönen alten Kirche, die vor wenigen Jahrzehnten aufwändig restauriert worden war – und in der leider nicht gedreht worden war, wie uns der Diensthabende trotz hartnäckiger Nachfrage glaubhaft versicherte. Aber auch so ist die Kirche ein kleines Schmuckstück, vor allem die schönen Holzschnitzereien im Alterraum und an der Orgel haben uns sehr gut gefallen.

Als nächstes fuhren wir ein Stück zurück zur Ruine von Cambuskenneth Abbey, zu der Sabine eine Weile vorher ein Hinweisschild entdeckt hatte. Sie liegt am Stadtrand von Stirling an einer kleinen Bachschleife. Gegründet um 1140 von König David I., nach der Reformation aufgegeben und die meisten ihrer Steine anderswo als Baumaterial genutzt, eigentlich ein Frevel. Genannt auch Stirling Abbey. Heute stehen nur noch kniehohe Ruinen, der Glockenturm, bei dem man ins Erdgeschoss konnte und das einstige Kirchenportal, welches heute der Eingang zum Friedhof ist.

Touch House in der Nähe von Stirling diente bei den Dreharbeiten als Culloden House, sowohl von innen als auch von außen. Innen rein kann man leider nur, wenn man den Kasten mietet oder zumindest kräftig dafür bezahlt. Von außen ist es aber schon imposant und man muss sich die Zelte und Lager der Highlandarmeee nur etwas dazu denken.

Am Bannockburn Battlefield Monument kamen wir eher zufällig vorbei und da ich schon im letzten Jahr nur vorbei gefahren war (aus Zeitgründen), beschlossen wir, kurz für ein paar Fotos anzuhalten. Der Fußweg zum Memorial war dann doch etwas länger als gedacht, mit dem Reiterdenkmal von Robert the Bruce außerhalb und dem Betonkreis daneben, mit dem Fahnenmast in der Mitte, auf dem Gelände der Schlacht, in der vor über 700 Jahren die Schotten den Engländern eine empfindliche Niederlage beibrachten.

Auf dem Heimweg nach Glasgow machten wir noch kurz Halt bei den Outlander Wardpark-Studios im Industriegebiet von Cumbernauld. Nur ein kurzes Foto, rein kann man ja leider nicht, sonst hätte ich uns eine Studiotour gebucht.

Danach ging es noch ins Restaurant Rab Ha's, welches nur ein paar Meter entfernt in einer Nebenstraße zu unserem Apartment liegt, Hutcheson Street. Wir haben gut gegessen, manche mehr, manche weniger zufrieden, aber wir hatten viel Spaß miteinander und mit drei netten jungen Kellnern.

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© Daniela Biela