Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland
Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland

Samstag 11.09.2021

 

An diesem Morgen kamen wir mal etwas früher los. Kein Wasserrohrbruch und kein Lampenunfall, der uns morgens Zeit kostete... Unsere erste Station war der Wasserfall von Tourmakeady, dem kleinen Ort, zu dem auch unser Cottage gehörte. Das Wetter war wieder heiter bis wolkig und es sah aus, als würde es ein schöner Tag werden. Der Wasserfall war 8 km entfernt und bereits unterwegs machten wir die ersten schönen Bilder.

Zum Wasserfall ging es durch ein schmiedeeisernes Tor, über einen langen, schmalen Waldweg bis auf den Parkplatz, der glücklicherweise um diese frühe Uhrzeit noch fast leer war. Der Fußweg ging dann einen guten Kilometer an einem munteren Flüsschen vorbei und war sehr breit und nur leicht ansteigend, sehr gut zu wandern. Nach ca. 20 Minuten kamen wir an eine Bachmündung, dort war der Wasserfall, etwa 34 Meter hoch und sehr beeindruckend. Die Sonne schien, alles war ruhig und sehr malerisch, einfach zauberhaft.

Wir hätten dort noch lange bleiben können, aber wir hatten natürlich noch mehr vor. Auf dem Rückweg begegnete uns dann - mal wieder - eine Gruppe mit nicht angeleintem Hund, trotz Hinweisschildern. Sie reagierten erst gar nicht auf Zurufe und dann ohne Verständnis auf die klare Anweisung, doch ihren Hund an die Leine zu legen. Diese Leute verstehen einfach die Aufregung nicht, die sowas bei jemandem mit Phobie auslösen kann und meinen, ihr Hund sei ja schließlich ganz harmlos. Leider passierte uns das fast jeden zweiten Tag.

 

Weiter ging es nur wenige Meilen nach zum Ballintubber Graveyard. Dort gab es eine aktive Kirche und eine Klosterruine. Der Garten war mit fortlaufend numerierten Kunstwerden dekoriert, die Tugenden darstellten. Außerdem gab es einen künstlichen Wasserfall und zwei kleine Höhlen unter künstlichen Hügeln. In einem gab es zwei Krippen und im anderen "Elisabeths Haus", ein kleines, voll eingerichtetes Cottage, sehr süß ausgestattet. Wir haben noch getankt, dann ging es weiter.

Überhaupt fiel mir beim Fahren und Lesen der Ortsschilder sowie beim Studieren der Karte immer wieder auf, wie viele der Ortsnamen dort mit Bally- oder Balli- begannen: Ballina, Ballylahan, Ballyguin, Ballycroy, Ballygarrif, Ballyglas, Ballycastle usw. usw.

Unsere Hauptrichtung an diesem Tag war nach Norden, wir wollten ein großes Rechteck fahren. Zunächst fuhren wir hinter Westport an der Clew Bay entlang in der Hoffnung auf einen Blick auf die große Bucht mit weit über 100 Inseln. Aber es gab nur wenig Aussicht auf die Bucht, meist war die Straße zwar nah am Ufer, aber nicht mit direkter Draufsicht und nur wenige Male hatten wir Ausblick, aber zu weit unten und zu flach, mit der Sicht auf nur wenige Inseln.

Unterwegs machten wir Halt bei Sehenswürdigkeiten, die auf dem Weg lagen, so kamen wir nach Burrishoole Abbey, eine Klosterruine an einer Flussmündung, natürlich war gerade mal wieder Ebbe.

Nur wenige Kilometer später suchten wir Carrickahowley Castle, welches nur 1 km über einen löchrigen Feldweg von der Straße entfernt lag. Es war auch eine der Burgen von der Piratenprinzessin Grace O'Malley, an einer Flussmündung gelegen, dort ist sie der Überlieferung zufolge vermutlich auch gestorben, aber leider war die Burg nicht besonders sehenswert, denn es war ein einziger Turm, der derzeit komplett eingerüstet war. Ein einzigartiger Anblick zwar, aber der Weg war mehr oder weniger umsonst.

Nun steuerten wir das Hauptziel des Tages an, die an der Küste gelegenen Céide Fields. Eine neusteinzeitliche Siedlung mit einem Besucherzentrum und Weltkulturerbe. Schon auf dem Parkplatz wurden wir von einem freundlichen Guide empfangen, der uns vorwarnte, das Besucherzentrum werde gerade umgebaut und sei geschlossen, die Aussenanlagen mit den angelegten Wegen könnten aber besichtigt werden. Das hat uns sehr enttäuscht. Wir waren darauf nicht vorbereitet, weil dieser Punkt eher kurzfristig in unser Programm aufgenommen wurde, also am Vorabend anhand Karins Reiseführer, und weil ich aufgrund fehlenden Internetzugangs dies abends nicht wie gewohnt online recherchieren konnte. Natürlich beschlossen wir, da wir nun schon mal da waren, uns die Monumente auf dem Hügel trotzdem anzuschauen. Sie bestehen hauptsächlich aus Mauerresten, sind rechteckig und abgesperrt, man kann also gut sehen, dass hier mal was gebaut worden war. Man datiert es auf ca. 5000-6000 Jahre im Alter; Einzelgehöfte, die durch gerade Mauern voneinander abgetrennt waren, eine gut organisierte Gemeinschaft von Ackerbauern und Viehhaltern. Entdeckt wurde dies erst vor ca. 90 Jahren beim Torfstechen.
Wir wanderten von Feld zu Feld hügelaufwärts. Inzwischen war aus ein paar Regentropfen ein beständiger, lästiger Nieselregen geworden und wir beschlossen umzudrehen hangabwärts Richtung Auto. Der freundliche Guide schenkte uns auf dem Parkplatz noch jeder einen Flyer, über den wir uns sehr freuten.

Nun, da wir schon da waren, gingen wir links von unserem geparkten Auto die paar Stufen hinab auf einen Aussichtspunkt an der Steilküste, es regnete leicht, doch das störte uns nicht wirklich, wir genossen den majestätischen Ausblick und die Schönheit der Natur.

Für den Rückweg wählten wir die östliche Route, um nicht den gleichen Weg über Westen zu fahren, auf dem wir zu den Céide Fields gekommen waren. Im Endeffekt war es ein großer Kreis über die Landzunge nördlich von Castlebar. Die Route führte uns auf der R314 nach Südosten. Wieder wollten wir etwas anschauen, was sozusagen auf dem Weg lag und suchten nach der Rathfran Abbey. Wir folgten den Hinweisschildern, sahen auch etwas aus der Ferne, folgten unserer Nase über eine kleine, schmale Straße nach der anderen, aber es nützte nichts. Schließlich sahen wir, dass wir nur über Privatgrund hätten hinkommen können und fotografierten die Ruine aus der Ferne.

Weiter ging es zurück nach Süden auf der N58 über Ballina, wo wir direkt daneben am Ortsrand Strade Friary fanden, eine weitere Klosterruine. Neben unserem Parkplatz war eine Gaststätte, offensichtlich mit einer geschlossenen Gesellschaft, wo bereits auf das bald beginnende Endspiel hingefiebert und schon heftig vorgefeiert wurde.

Zum Abendessen wären wir am liebsten nochmal in den The Lough Inn gegangen, wo es uns am Vorabend so gut gefallen hatte, doch als ich am Nachmittag dort reservieren wollte, war bereits alles schon voll. Das war wirklich sehr schade. Überhaupt hatten wir Mühe, etwas Passendes für den Abend zu finden und standen schließlich in Castlebar vor dem Blue Serenade, wo ich telefonisch reserviert hatte. Es war dann doch etwas Anderes, als wir es uns vorgestellt hatten, sehr elegant, glücklicherweise aber doch nicht zu teuer. Wir waren am Anfang die einzigen Gäste und der Wirt, ein gebürtiger Rumäne (in einem edlen italienischen Restaurant?) hofierte uns so sehr, dass es schon fast zu viel war. Wir haben gut gegessen und uns auch über die bemüht eleganten Kellner amüsiert. ("Pannacotta mit totem Fisch"). Gegenüber war ein Pub, wie wir durchs Fenster sahen, bei dem Leute aus und ein gingen, vor allem in der Halbzeitpause. Ich hatte angefangen, mich online über das Spiel zu erkundigen und auch wenn wir die etwas seltsame Zählweise nicht wirklich verstanden, so lasen wir doch, dass Mayo leider verloren hatte - wieder einmal. Man sah es aber auch an den deprimierten Gesichtern der Leute auf der Straße und dem fehlenden Enthusiasmus - das hatte vor dem Spiel noch ganz anders ausgesehen. Uns tat es leid für die Menschen - nach 70 Jahren hätten sie es verdient gehabt, mal wieder zu gewinnen.

Auf dem Heimweg zum Cottage stießen wir dann in Tourmakeady noch auf die dortige alte Kirche, die Ruine der Christ Church. Bis jetzt hatten wir beim Vorbeifahren nichts davon gesehen, wohl hauptsächlich, weil es dunkel gewesen war, an den anderen Tagen waren wir von der anderen Seite daran vorbei gefahren. Wir hatten Glück, es dämmerte zwar schon, aber das Licht war noch ausreichend, um uns die Kirchenruine am Waldrand gründlich anschauen zu können.

Kurz vor dem Cottage noch ein paar letzte Bilder von einem kleinen Flüsschen am Lough Mask in der Abenddämmerung:

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© Daniela Biela