Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland
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Donnerstag 09.09.2021

 

Am folgenden Morgen war alles ok und wir konnten den Tag "ausnahmsweise" ohne Katastrophen starten. Zuerst machten wir noch mal einen Stop bei unserem Verwalter Steve im Nachbarhaus und informierten ihn über die kaputte Birne. Er schüttelte voller Erstaunen den Kopf und versprach, sich im Laufe des Tages um eine Ersatzbirne zu kümmern, solange wir unterwegs waren. Außerdem bat er uns herein in sein Zuhause und Conny und ich bewunderten sein kleines altes Cottage. Sehr klein, sehr einfach, aber auch sehr rustikal und gemütlich. Die Decke ist innen offen unterm Spitzdach und bietet so etwas mehr Volumen in den sehr kleinen Räumen. Auffällig war der große Fernseher und das Wagenrad, das in der Küche von der Decke hing mit allen Küchenutensilien unten dran. Dort in der Gegend gibt es keinen Handyempfang, aber auch kein Festnetz und keinen Computeranschluss; er kann nur online sein, wenn er unterwegs ist und ihnen gefällt das so.

Der Morgen war wieder trüb, aber nicht so regnerisch wie tags zuvor. Wie am Vortag hatten wir nach ein paar gefahrenen Kilometern Handyempfang und viele Nachrichten kamen kurz nacheinander an.

Wir fuhren direkt nach Galway, um dort einen Stadtbummel zu machen. Die Fahrt dauerte eine gute Stunde, dort suchten wir uns ein zentrales Parkhaus und ich machte einen Screenshot am Ausgang, um auch wieder zurück zu finden. Wir suchten ein Elektrogeschäft, weil Conny einen Adapter für ihr Handy suchte und eine Post fanden wir auch gleich gegenüber, weil Karin und Conny noch Briefmarken brauchten. Danach ging es Richtung Fußgängerzone zum Bummeln. Natürlich fanden wir diverse Geschäfte mit T-Shirts, Schmuck, Tassen und Souvenirs, ein kleines Café und allem, was das Herz begehrte.

Nach einem erfolgreichen Einkaufserlebnis wollten wir direkt ins Stadtmuseum am Fluss - um festzustellen, dass es gerade geschlossen hatte, eine Stunde Mittagspause - diese mussten wir dann nochmal gastronomisch überbrücken.

Danach ging es am Flüsschen Corrib entlang zur Galway Cathedral. Der Fluss ist zwar nur wenige Kilometer lang, verbindet den See gleichen Namens mit der Küste, hat jedoch eine enorme Breite und Strömung, zusätzlich je nach Gezeiten Tidenhub und liegt malerisch in der Stadtmitte.

Die Galway Cathedral ist ein denkwürdiges und besonderes Gebäude. Außen im üblichen grauen Sandstein, innen vor allem in sehr edlem grauem Stein und Marmor. Eine Nachfrage meinerseits ergab, dass sie noch gar nicht so alt ist - erst 1965 wurde sie eingeweiht, ist also erst 66 Jahre alt.

Die Kathedrale hat die Form einer klassischen Basilika auf Kreuzgrundriss. Das Portal flankieren zwei kleine Glockentürme, über der Vierung erhebt sich eine mächtige achteckige Kuppel. Prägend für den Außen- und Inneneindruck ist der grauschwarze unverputzte Werkstein. Langhaus und Chor decken flache kassetierte Tonnengewölbe.

Die Kathedrale ist von mehreren Baustilen beeinflusst: Romanik (Bauform und Bögen), byzantinisch (Kuppel und Mosaiken) und Gotik (Rosetten). Sie hat uns sehr gut gefallen.

Danach schleppten wir uns und unsere Einkäufe wieder quer durch die Stadt zum Parkhaus. Dort waren inzwischen knapp 5 Stunden aufgelaufen, was ganz schön teuer war. Draußen auf der Straße standen wir erstmal ziemlich lange im Stau, bei dem gar nichts vorwärts ging und wir einen kleinen Umweg in die Gegenrichtung in Kauf nahmen, um dem zu entgehen. Dabei fanden wir einen riesigen Parkplatz und gegenüber einen Lidl, in dem wir Großeinkauf machten, unter anderm auch ein Karton von Karins Lieblingsbier und Radler für Conny sowie Obst und Lebensmittel fürs Frühstück. Auf dem Rückweg nach Norden wollten wir uns noch eine Burg ansehen, die nur einen kleinen Umweg bedeutete: Menlo Castle. Sie war leicht zu finden, allerdings war das letzte Stück mit einem Tor abgesperrt, so dass wir unser Auto einfach auf dem breiten Platz am Waldrand parkten. Wir hatten die Wahl, über das Metalltor zu klettern oder über eine eingefallene niedrige Mauer seitlich und wählten letzteres. Dann waren es noch ca. 400 Meter über einen Grasweg und wir erreichten die malerisch gelegene Burgruine am Fluss. Die Burg stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, wurde 1910 nach einem verheerenden Brand aufgegeben und verfällt seitdem.

Nun suchten wir uns wieder etwas zum Abendessen, was praktischerweise auf dem Rückweg liegen sollte. Durch Cong würden wir sowieso durchfahren, dort fanden wir wieder ein Pubrestaurant, das Danagher's, wo wir mit dem Essen zufrieden waren, das kann man empfehlen.

Außerdem gibt es direkt daneben eine Gedenkstätte für John Wayne und Maureen O'Hara, dort in Cong wurde 1962 der Film "The Quiet Man" gedreht, im Deutschen "Der Sieger". Der Film war uns leider unbekannt, man konnte die Schauspieler in den Figuren erkennen, wenn man es wusste.

Wir waren wieder so zeitig zu Hause, dass wir noch mit Restlicht die Auffahrt fanden, außerdem hatten wir uns angewöhnt, das Außenlicht zwecks Orientierung anzulassen. Hier auf dem Land gab es nachts null Straßenbeleuchtung, auch keine Straßenreflektoren, keine auf der Fahrbahn wie sonst so oft in Irland. Wenn nicht gerade der Mond schien, war es stockdunkel. Also so, als ob man in einem verdunkelten Zimmer das Licht ausmacht. Man sieht - nichts. Gar nichts. Und schon gar nichts, was nicht unmittelbar im Scheinwerferkegel des Autos ist.

Steve hatte tatsächlich eine neue Birne in der Flurlampe angebracht. Jedoch hatte auch die ein Eigenleben, sie ging nämlich alle Weile von alleine aus - und wieder an. So langsam witzelten wir über einen Poltergeist.

Beim abendlichen Aufschreiben der Erlebnisse des Tages musste Conny niesen. Darauf Karin: "Schönheit! Gesund bist du ja." Einer der vielen Sprüche von Karin, bei dem wir uns mal wieder vor Lachen kringelten, wie auch "Wer schöner ist als ich ist geschminkt!"

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© Daniela Biela