Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland
Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland

Sonntag, 05.09.2021

 

Für den Sonntag morgen hatte ich bereits feste Pläne gemacht, da man ja heutezutage fast alles im voraus buchen und bezahlen muss. So brachen wir am Sonntag morgen nach dem Frühstück bei verheißungsvollem Wetter auf, um ein paar Orte im Süden zu besichtigen, für die es im vorletzten Jahr aus Zeitgründen nicht gereicht hatte. Karin bekam wieder einen Kaffee aus dem kleinen Supermarkt, der natürlich auch sonntags geöffnet hatte, und los gings. Die Bodenwelle an der Ampel nahm ich etwas zu schwungvoll, Karin hinten mit dem Kaffeebecher in der Hand schimpfte, aber es war glücklicherweise nichts Schlimmeres passiert. Nach dem Abbiegen führte die Straße lange  Zeit am Fluss Liffey entlang, sie war einigermaßen leer zur frühen Stunde. So konnten wir gleich einen kurzen Stopp machen bei einigen Figuren, die sich als das berühmte Hungersnot-Denkmal entpuppten.

Von da an ging es raus aus der Stadt, auf eine Schnellstraße und schließlich querfeld ein in die wilden Wicklow Mountains und nach Powerscourt House and Gardens. Dies ist ein Herrenhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert mit einer prächtigen Gartenanlage, die als eine der schönsten weltweit geführt wird, genau das Richtige zum Spazierengehen und Staunen. Wir fanden einen kostenlosen Parkplatz, der auch schon recht voll war und hatten ein Stück Weg bis zum unscheinbaren Seiteneingang des Herrenhauses. Links davon war ein Golfplatz, aber davon gibt es in Irland so viele und der interessierte uns kein bisschen. Drinnen stießen wir auf verschiedene Geschäfte und mussten dann doch noch Eintritt zahlen, ich hatte nur eine Online-Reservierung. Das Haus selbst von 1730 war nicht zu besichtigen, es brannte 1974 aus und befand sich noch in der Renovierung. Es gab auch noch ein Café, aber uns zog es nach draußen in die Gärten. Hinter dem Haus ging es in mehreren Ebenen nach unten, der Blickfang war ein riesiger Springbrunnen und eine elegant angelegte Treppenanlage mit einem kunstvoll verschnörkelten schmiedeeisernen Gitter.

Von dort aus ging es wieder eine Etage nach oben, um über den "Walled Garden" weiter zu gehen. Wunderschön, wie sich herausstellen sollte:

Weiter ging es treppab in den wilderen Teil des Geländes und vorbei an riesigen, uralten Bäumen zum Japanischen Garten, in einem kleinen, engen Tal gelegen, ein wahres Schmuckstück, an dessen vielfältigen Details man sich kaum satt sehen konnte.

Schließlich suchten wir noch im westlichen Tal nach dem beeindruckenden Turm, der wie ein moderner Wehrturm gestaltet war, umsäumt von etlichen Kanonen, jedoch nur zur reinen Dekoration erbaut. Gleich dahinter entdecketen wir noch einen schön umzäunten Brunnen und kamen seitlich wieder zum Herrenhaus zurück. Auch hier wurden wir natürlich im Giftshop fündig, bevor wir uns auf den Weg zum Auto machten.

Von da aus ging es zum gleichnamigen Powerscourt Wasserfall über eine sehr schmale und kurvige Straße, auf der uns trotzdem etliche Autos entgegen kamen. Auch der Zugang zum Wasserfall kostete Geld und obwohl ich uns alle als Rentner deklariert hatte, stellten wir hinterher fest, dass er uns alle als Erwachsene mit je 6 Euro berechnet hatte. Wohlbemerkt, für den Zugang zu einem Parkplatz für einen Wasserfall. Wir fanden einen schönen Parkplatz auf dem Gelände und machten uns auf die knapp 1 km lange Wanderung, das meiste davon ging steil bergab. Der Powerscourt Wasserfall ist mit ca. 121 m der höchste von Irland. Nicht der wasserreichste, aber sehr imposant!

Es war ein wirklich schönes Fleckchen, das auch von vielen Familien zum Grilllen und Picknicken genutzt wurde. Zurück am Parkplatz fanden auch wir eine Sitzgelegenheit, wo wir unser Mittagessen verzehrten, das zum Teil aus den Resten des Vorabends beim Japaner bestand - lecker!
 

Weiter ging es über schmale, kurvige Sträßchen zu unserem zweiten Hauptziel des Tages - dem berühmten Kloster Glendalough in den Bergen. Dieses wurde bereits im 6. Jahrhundert vom heiligen Kevin in einem malerischen Tal gegründet. Im 12. Jahrhundert leben dort bereits 3000 Menschen, sogar mit einer Schule. Die alten Hochkreuze und der 33 Meter hohe Turm sowie die Kapelle stammen aus dem 11. Jahrhundert, das älteste erhaltene Kreuz sogar schon aus dem 9. Jahrhundert. Auch seine königliche Hoheit Prinz Charles war schon dort und hat die ganz aus Stein erbaute Kapelle bewundert, die älteste ihrer Art.

Von dort aus legten wir eine Route fest, die uns anhand eines Prospekts von Karin zu einer berühmten Brücke, einem Aussichtspunkt und mehreren Seen bringen würde. Zuallererst fanden wir beim Hochfahren raus aus dem Tal auf eine Hochebene über die Straße R115 einen weiteren beeindruckenden Wasserfall: Glenmacnass Waterfall am River Glenmacnass.

Als nächstes fanden wir eine Brücke, die durch den Film "P.S. I love you - Ich liebe dich" berühmt geworden ist.

Wenige Kilometer weiter bot sich uns an einem Steilhang eine spektakuläre Aussicht auf den Lough Tay.

Auf dem Rückweg Richtung Dublin suchte ich uns ein Städtchen an der Küste mit einer tollen Aussicht aufs Meer und so landeten wir in Bray. Der Aussichtspunkt oben in den Klippen wäre leider nur mit einiger Kletterei zu erreichen gewesen, es dauerte auch so schon eine Viertelstunde, überhaupt nur einen Parkplatz zu finden, so viel Verkehr war dort, dann endlich genossen wir die spätsommerliche Wärme an der Strandpromenade. Einfach nur schön...

Da es nun bereits Abend geworden war und in Irland früh gegessen wird, suchten wir uns ein Restaurant in der Nähe und fanden das rustikale Wild Goose, wo wir sehr gut gegessen haben. Natürlich gab es auch ein Hop House Bier für Karin.

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© Daniela Biela