Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland
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Irland 2021

Freitag, 03.09. bis Freitag 17.09.2021

Ich gebe zu, diese Reise nach Irland war anfangs etwas aus der Not geboren. Bereits während der letzten Reise in Schottland, sogar noch vor dem Abflug, hatten wir bzw. einige von uns dieses Jahr 2021 wieder ins Auge gefasst. Alles was damals noch nicht ging, wo wir noch nicht waren und wo wir gerne nochmal hin wollten, kam auf die Liste, die bereits eine beachtliche Länge hatte und sicher wieder nicht auf einer Reise zu schaffen war... Seit 2015 war ich jedes Jahr in Schottland und da sollte es doch auch dieses Jahr möglich sein, da wir schon längst alle geimpft waren. Einen Reisezeitraum hatten wir durch die Schnittmenge unserer Möglichkeiten eingegrenzt und das Maximum von 14 Tagen eingeplant. Wir hatten vom letzten Jahr, als wir keinen Explorer-Pass kaufen konnten, um die Eintritte in staatliche Burgen und Museen zu vergünstigen, noch unsere Mitgliedschaft bei Historic Scotland, die genau diese Eintritte beinhaltete - gültig bis Ende September 2021. Das hatten wir natürlich ausnutzen wollen.

Nun, es wäre theoretisch möglich gewesen. Aber je länger wir uns mit den komplizierten Einreisebestimmungen nach Großbritannien und den Kosten für Flüge, Tests usw. vertraut machten, umso mehr mussten wir einsehen, dass es keinen großen Sinn machte, wirtschaftlich auf keinen Fall und ein entspannter Urlaub sähe auf jeden Fall anders aus. Schließlich zogen wir schweren Herzens die Reißleine und die naheliegendste Alternative war Irland. Schließlich hatten wir bereits vor 2 Jahren Dublin und die südliche Landeshälfte zusammen bereist. Nun sollte es wieder Dublin und der Norden sein und als wir uns schweren Herzens geistig von Schottland verabschiedeten, waren es weniger als 3 Wochen bis zum geplanten Abflug. Es war noch nichts in Schottland gebucht, das man hätte absagen müssen - aber auch noch nichts für Irland. Nun hieß es Gas geben. Ich buchte schon mal Flüge und einen Mietwagen, welche in den letzten beiden Jahren einfach unverschämt teuer geworden waren. Karin entwarf mit Hilfe ihres Baedekers schon mal die Grundzüge einer möglichen Reiseroute, die ich mit eigenen Ideen und der Hilfe eines Bildbandes ergänzte. Schließlich sortierte ich das Ganze und suchte nach sinnvollen Möglichkeiten für Unterkünfte. Wir wollten Apartments bzw. Ferienhäuser buchen und uns dort selbst Frühstück machen, damit wir morgens Zeit sparten und flexibel waren, außerdem hatte man damit auch ein Wohnzimmer zum Zusammensitzen und eine Küche zur Verfügung, im Unterschied zu einem Hotel. Es waren 3 anstrengende Wochen, in der ein Gros meiner Freizeit für die Planung und Bürokratie draufging, aber schließlich war es soweit. Wir hätten auch gerne noch Andere aus dem engeren Kreis mitgenommen, aber diesmal war dies auch verschiedenen persönlichen Gründen nicht möglich. Schließlich brachte unsere zuverlässige Chauffeurin Carmen uns am Freitag Morgen zum Flughafen Frankfurt, nachdem wir unterwegs  noch Karin eingesammelt hatten. Ich war immer noch einigermaßen nervös, obwohl ich mir größte Mühe gegeben hatte, alles gründlich zu planen, aber bei Behörden weiß man ja nie wirklich und seit Corona ist Reisen schwierig und kompliziert geworden. Richtig beruhigt würde ich erst sein, wenn wir die Einreise in Irland hinter uns gebracht hatten.

Der Flug mit RyanAir hob zwar nicht pünktlich ab, aber das war nun auch nichts wirklich Neues. Nachdem wir im Flughafen Dublin kilometerweise durch Gänge marschiert waren, klappte die Einreise doch problemlos. Reisepass bzw. Personalausweis und digitale Impfbescheinigung vorzeigen - das wars. Keine Einreiseanmeldung, kein Impfausweis, kurz und schmerzlos. Nun machten wir uns am Ausgang auf die Suche nach dem Mietwagencenter, das ich schließlich auf der Karte fand. Es war nicht mehr wie beim vorletzten Jahr auf der anderen Seite der Autobahn, sondern in einem Nachbargebäude, dem Terminal 2, zu dem es leider kein Shuttle gab, sondern 10 Minuten Fußweg mit vollem Gepäck. Schließlich standen wir beim Hertzschalter an einer langen Schlange und es dauerte nur eine halbe Stunde, bis wir endlich dran waren und die Formalitäten erledigt wurden. Conny würde wieder meine zweite Fahrerin sein. Man erklärte uns noch, dass 30 Euro zusätzlich fällig seien, wenn man mit dem Auto nach Nordirland fahren wollte, was wir ja vorhatten und es blieb uns nichts Anderes übrig, als da zu akzeptieren. Nach der Fahrt nach unten in die Tiefgarage fanden wir endlich unser Auto: einen weißen Hyundai Kona und damit doch deutlich größer als die Typklasse Opel Astra, die ich eigentlich gebucht hatte, in der Hoffnung, dass das Auto sich als ausreichend groß erweisen würde. Es erging uns trotzdem ähnlich wie letztes Jahr, als wir auch so eine Art Mini-SUV bekamen: Das Auto sah von außen unheimlich groß und geräumig aus, was auf den Fahrgastraum auch zutraf, der Kofferraum begann jedoch relativ hoch oben und wurde oben durch die Hutablage begrenzt, die nicht dort gelassen werden konnte. So bekamen wir noch nicht mal zwei unserer drei Koffer rein! Ein bisschen Nachschauen enthüllte doch tatsächlich ein echtes Reserverad (was heutzutage eine Seltenheit ist) und viel Abstand unter der Ablage darüber, der uns aber überhaupt nichts nützte, doch eine Erinnerung an das letzte Auto ließ mich etwas probieren - und tatsächlich, man konnte den Kofferraumboden etwas nach unten versetzten! Dadurch gewannen wir in der Höhe ein paar Zentimeter und es passten zwei der Koffer mit der Schmalseite nach unten rein sowie ein Rucksack, Jacken und Kleinzeug. Mein Hartschalenkoffer wanderte als Karins zukünftiger Reisebegleiter auf den rechten Rücksitz. Ich machte mich mit den wichtigsten Funktionen des Autos vertraut und fuhr los.

Wir hatten mal Dublin als Hauptrichtung ins Navi (mein Handy) eingegeben. Aber da wollten wir eigentlich noch nicht hin. Ins Apartment würden wir nach Absprache mit dem Vermieter nicht vor 18 Uhr rein können. Außerdem hing uns der Magen in den Kniekehlen, durch die ganzen Verzögerungen am Flughafen war es schon nach halb 2. Also fuhren wir zwar Richtung Dublin, aber dann in die erste Ortschaft, die sich anbot, um dort Station zu machen und ein Café zu suchen. Wir fuhren am Ballymun Cross rechts ab und kamen nach Santry. Hier fanden wir ein kleines Café am Straßenrand und daneben ein großes Tankstellengelände, wo wir kurzerhand parkten. In der Tiefgarage von Hertz war es zu dunkel gewesen, also machten wir hier eine gründliche Untersuchung des Autos von außen. Ich fand einen winzigen Kratzer rechts und einen schwarzen Streifen am linken Außenspiegel, sonst - nichts. Das Auto hatte auch erst ca. 4000 km. Wir kletterten zur Abkürzung über ein kleines Mäuerchen und gingen nebenan ins Coffee Run. Dort gab es zwar keinen Kuchen, aber für jede einen Kaffee bzw. einen Tee und wir konnten mal durchschnaufen.

Zurück am Auto machte ich mich mal bei Tageslicht mit den wichtigsten Funktionen vertraut, danach ging es zur ersten Station unserer Liste in Dublin, denn wir hatten den ganzen Nachmittag Zeit: dem Glasnevin Cemetry, mit ca. 50 ha Fläche dem größten Friedhof Irlands. Gelegen im Norden der City, beherbergt er die Ruhestätten etlicher bekannter irischer Persönlichkeiten, einen ca. 30 m hohen Turm im Eingangsbereich, einige imposante irische Hochkreuze daneben und eine große Anzahl imposanter Grabstätten. Das Wetter sah kritisch aus, aber wohl weil wir Regenschirme mitschleppten, blieben wir vom Regen verschont.

Zugleich gehört auch ein großer botanischer Garten dazu, dessen Eingang in einer hohen Mauer wir erst mal finden mussten. Ein weitläufiges Gelände mit großen Rasenflächen, Gewächshäusern im Jugendstil (leider alle geschlossen), wunderschön angeordneten alten Bäumen, Blumenfelder, Lehrreiches und dazwischen immer wieder Kunst. Leider kein einziger Mülleimer, so dass wir unseren Abfall brav weiterschleppten und mitnahmen.

Schließlich hatten wir den Park erkundet, die Füße taten uns auch weh und so suchten wir den Ausgang über den Friedhof zu unserem Auto. Als nächstes programmierte ich unsere erste Unterkunft, ein Apartment, was im Norden der City lag, in Hafennähe und bekam die Zugangsdaten von unserem Vermieter. Mit etwas Glück fanden wir einen Parkplatz in der Nähe, es gab dort nur ein paar öffentliche Parkplätze am Straßenrand und wir suchten den Eingang zum Haus. Unser Vermieter Mairtin ließ uns rein und wir fuhren mit dem Aufzug in die 3. Etage. Das Apartment war in echt noch schöner als auf den Bildern, noch fast neu, sehr gepflegt und gut ausgestattet. Wir bekamen auch viele gute Ratschläge von Mairtin, dann richteten wir uns ein und machten uns auf dem Weg zur Straßenbahn, dem Luas.

Nur einen Block entfernt war eine Endstation, wo schon eine Bahn stand, wir brauchten nur Tickets. Ein paar freundliche Einheimische zeigten uns am Automaten, wie man die richtigen Tickets zog, es war eigentlich ganz einfach, wenn man es mal gesehen hatte. Wir fuhren zwei Haltestellen weiter zum Mayor Square, wo es ein paar Restaurants gab und entschieden uns dort für den Italiener Il Fornaio. Preislich eher ein Edelitaliener, oder vielleicht mussten wir uns auch erst wieder an irische Restaurantpreise gewöhnen. Connys und mein Essen war sehr gut, Karin jedoch konnte trotz gründlicher Suche und Diskussion mit der Bedienung keine Nudelschichten in ihrer Lasagne entdecken. Wir entschieden uns, den Italiener eher nicht weiterzuempfehlen und reservierten für den folgenden Abend einen Tisch beim Japaner am gleichen Platz.

Unser Straßenbahnticket galt auch für die Heimfahrt über 2 Stationen bis zur Endstation. Dort gab es einen kleinen Supermarkt, wo wir uns nochmal mit allem Nötigen fürs Frühstück etc. eindeckten. Wir richteten uns im Apartment ein und planten den nächsten Tag, den wir mit Unternehmungen in Dublin verbringen wollten. Trotz Zeitverschiebung, die uns eine zusätzliche Stunde beschert hatte, wurde es recht spät und wir planten keinen besonders frühen Start - schließlich waren wir in Urlaub.

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© Daniela Biela