Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland
Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland

Freitag, 14. September - Aberdour Castle, Loch Leven, Culross, Falkland, Edinburgh

 

Am Freitag standen bei uns die Ziele nördlich von Edinburgh auf dem Programm. Da wir für Loch Leven Castle, welches auf einer Insel in einem See liegt, einen Termin für die Überfahrt vorab hatten reservieren müssen, waren wir erstmal zeitlich relativ festgelegt. Davor passte nach dem Frühstück bei Dobbie's am Besten, zeitlich und geographisch, Aberdour Castle, gelegen an der Nordostseite der Mündung des Forth und nur knapp 20 Minuten von unserer Unterkunft entfernt. Gegründet wurde es um 1200 von den Mortimers und kam durch Robert the Bruce in den Besitz der Douglas. Als diese sich vor knapp 300 Jahren nebenan ein Herrenhaus Aberdour House bauten, stand das Castle in der Folge leer und verfiel schließlich teilweise. Es gehörte zu den Burgen auf unserem Explorerpass, somit musste ich nur kurz den Pass vorzeigen und wir bekamen schnell Tickets. Karin kaufte wie so meist einen Hochglanzführer für ihre Sammlung und wir machten uns ans Erkunden der alten Burg. Auf Aberdour wurde für die Abtei gedreht, wohin man mit Jamie nach seiner Befreiung aus Wentworth flüchtet und ihn gesund pflegt. Wir kamen durch die ehemaligen Ställe und die Küche auf die große Terrasse, eine Rasenfläche mit Aussicht übers Land, die jeder von uns sofort bekannt vorkam. Wir schossen ein paar Fotos und machten uns daran, die Burg zu erkunden. Ein Teil ist eine komplette Ruine, die Mauerteile so verkeilt, dass man sich wundert, wie das kommen konnte, der mittlere Teil ist unbedacht, der Hauptteil sehr gut erhalten und auch eingerichtet, allerdings eher spärlich, nicht in edel. Wir entdeckten noch ein paar schöne Räume, in denen teilweise ebenso gedreht worden war und machten uns überpünktlich auf den Weg zur nächsten Station des Tages.

Loch Leven Castle liegt wie schon erwähnt auf einer Insel des Loch Leven, in der Nähe von Glenrothes. Wir kamen knapp eine Dreiviertelstunde vorm Ablegen unseres Bootes dort an. Eigentlich hatte ich kurz überlegt, die Zwischenzeit noch für etwas zu nutzen, aber es ließ sich von der Entfernung her kein anderes Ziel dazwischen schieben, ohne die Abfahrtszeit zu verpassen. Loch Leven Castle ist im Explorerpass enthalten und war dadurch für uns kostenlos, aber man muss sich die Abfahrtszeit im Voraus online reservieren und sich damit zeitlich festlegen. Somit hatten wir für Dysart Harbour leider gar keine Zeit mehr. Der Wind war einigermaßen frisch, darum hielten wir uns lieber drinnen auf, im Giftshop, in der benachbarten Boutique, es gab auch Kaffee to go im benachbarten Café. Sabine konnte gleich ihr Problem ansprechen, weil sie durchs Handycap nur über die rechte Seite ins Boot einsteigen konnte und der Kapitän versprach ihr, von der dieser Bootsseite her anzulegen, damit sie sich entsprechend festhalten konnte (es ging doch ziemlich tief hinab) und das auch mit dem Kollegen für die Rückfahrt zu klären. Der Wasserstand war relativ niedrig, weil man den Abfluss des Sees in den vorangegangenen Tagen offen gelassen hatte.
So waren wir schließlich eine Gruppe von etwa einem Dutzend Leuten, die sich bei sonnigem, aber sehr windigen Wetter Richtung Insel aufmachten. Eine sehr angenehme, leicht feuchte Überfahrt von etwa 10 Minuten und schon lag der Anlegesteg vor uns. Der Wind auf der kleinen Insel war konstant heftig, erst im Inneren der Burganlage wurde er erträglich und wir hatten dazu weiter schönsten Sonnenschein. Erbaut wurde das Castle im 13./14. Jahrhundert, teilweise verfallen im 18. Jahrhundert, im Besitz der gleichen Familie Douglas wie unser vorher besuchtes Aberdour Castle. Auch auf dieser Burg – wie auf so vielen davor oder danach – war Maria Stuart, hier genannt Mary Queen of Scots, zu Besuch bzw. wie hier eine Weile in Gefangenschaft gewesen (1567/68), sie war in den langen Jahren Ihrer Haft vor ihrer Hinrichtung in mehreren Burgen inhaftiert und von Loch Leven Castle, trotz Wasser drumrum, schaffte sie die Flucht mit Hilfe eines Bootsführers. Die Burg selbst ist bis auf den fünfstöckigen Wehrturm gr
ößtenteils nur noch in Mauerfragmenten erhalten, war sehr schön mit Hinweistafeln erklärt. Wir hatten eine Dreiviertelstunde Zeit, bis das nächste Boot retour fuhr, diesmal wurden diejenigen nasser als auf der Hinfahrt, die weiter hinten Richtung Heck saßen, da bekam man immer mal wieder was von den Heckwellen ab.

Und weiter ging's zu einem weiteren Höhepunkt unserer Tour, ins kleine Küstenstädtchen Culross, weiter im Westen und im Landesinneren an der Nordseite des Firth of Forth gelegen, fühlt sich aber durch die Gezeiten an, als ob es bereits am Meer liegen würde.
In Culross war dies mein 5. Besuch insgesamt, aber dorthin komme ich immer gerne wieder hin. Sabine wollte hier nicht mit uns auf Tour gehen, sondern sich stattdessen mit einem Fotografen treffen, darum setzten wir sie vor der Town Hall ab, wo auch sein Ausstellungsraum liegt, sie wollte sich später in ein Café setzen und sich dort nach Absprache wieder mit uns treffen.
In Culross wurde für die drei ersten Staffeln von Outlander gedreht, im Palace (der eigentlich nur das Haus eines wohlhabenden Kaufmanns war und mit einem „Palast“ im engeren Sinne nicht vergleichbar ist), im oberhalb gelegenen Terrassengarten für das erste Treffen von Claire und Geillis, auf dem Marktplatz noch weiter hangaufwärts für die Marktplatzszenen in der fiktiven Ortschaft Cranesmuir und auf dem außerhalb gelegenen Gelände der West Kirk, einem alten Friedhof, dort für die Black Kirk, wo der kleine Thomas sich vergiftete. Wir zahlten unseren Eintritt -  Culross Palace gehört nicht zum Trust und daher nicht zu unserem Explorerpass - und wir schauten im Untergeschoss des Palace links zuerst den etwa 15-minütigen Film über die Geschichte des Ortes an, der dort sozusagen in Endlosschleife läuft. Culross hatte seine Blütezeit im 15./16. Jahrhundert dem damaligen Kaufmann Sir George Bruce of Carnock zu verdanken, der neue Technologien in der Bergwerkstechnik einführte und so dem Dorf innerhalb kürzester Zeit zu Wohlstand und Entwicklung verhalf. Mit dem Niedergang des Bergbaus in viktorianischer Zeit kam der wirtschaftliche Niedergang und das Dort fiel in eine Art Dornröschenschlaf. Bis heute ist dadurch die charakteristische historische Schönheit des Dorfes erhalten geblieben, weil im Ortskern über die Jahrhunderte kaum etwas renoviert und verändert wurde. Die Outlander-Produktion war nicht die erste, die hier drehte, auch andere bekannte Filme und Serien sind hier schon entstanden. Obwohl man innen im Palace eigentlich keine Bilder machen darf, durfte ich ein Bild von der großen Tafel machen, die gleich im ersten Raum steht (hier wurde das Jakobitentreffen gedreht), die Aufsicht meinte nur, wenn ich von außerhalb der Tür fotografierte, wäre ich ja nicht innerhalb des Palastes und so haben wir das dann auch gemacht. Sie erklärte uns auch, in welchem weiteren Zimmer noch gedreht worden war, das Schlafzimmer des Lairds, wo wir als Letztes hinkommen würden. Hier entstand eine frühmorgendliche Bettszene, die wir sicherlich alle noch gut in Erinnerung haben. Den Friedhof hatten wir ja wegen des vorangegangenen Regens der letzten Tage schon ausfallen lassen müssen, der Weg dorthin ist an einem guten Tag schon schlammig, weil er über einen ausgefahrenen Feldweg führt. Die Terrassengärten konnten wir uns an diesem Tag auch nur von unten ansehen, weil es inzwischen wieder kräftig regnete. Schade, hatten wir doch extra dafür bezahlt. So gingen wir direkt weiter in den Nordbau, die Küche unten, die als Taverne hergerichtet wurde und oben, wo wir weitere Räume fanden mit zwei schönen alten Gewändern (wenn auch nicht sooo alt) und dem Zimmer des Lairds, wo wir unbeaufsichtigterweise noch ein paar schöne Bilder machen konnten. In einem kleineren Raum entstand eine Szene, wo Jamie auf Claire trifft und der Hof vor dem Palast wurde mit Hilfe eines Kopfsteinpflaster-"Teppichs" und Computertechnik zu einem Camp im Jakobitenkrieg.

Wir beschlossen, Sabine zu suchen und begannen zu schauen, in welchem Café sie denn sitzen könnte. Kontaktaufnahme via Handy war leider nicht möglich, hatte sie doch selbiges beim raschen Aussteigen aus dem Auto dort zurück gelassen, seither trugen wir es mit uns rum. Wir gingen auf gut Glück in die Town Hall, wo wir den Ausstellungsraum des Fotografen Graham fanden und eine glückliche Sabine, neue Eigentümerin von ein paar wundervollen Bildern, die sie sich der Einfachheit halber direkt heimschicken ließ. Die meisten Motive hatten einen Outlanderbezug und waren einfach nur traumhaft schön, wir hatten einige Mühe, der Verlockung zu widerstehen. Von da aus wollte Sabine ins daneben liegende Café, wir aber wollten das Städtchen erkunden, vor allem aber wollte ich den Mädels den Marktplatzbereich zeigen. Wir suchten eine Gasse nach oben und fanden stattdessen eine Treppe, die am rechten Rand des Gartens entlang nach oben führte. Wenn wir vorher gewusst hätten, wie viel Stufen sie hatte... Doch so erreichten wir, zwar teilweise völlig außer Atem und geschafft, aber doch zufrieden mit unserer Leistung, einen Punkt an der äußersten Ecke über dem Terrassengarten mit einem schönen Blick über den Garten und das fast direkt dahinter liegende Gewässer der Flussmündung. Wir waren auf den oberen Promenadenweg gestoßen und machten erst mal ein paar Bilder. Den Weg zum Marktplatz suchte ich per Google Maps, wir mussten tatsächlich noch ein Stück bergan an den höchsten Punkt von Culross, bis wir über eine steile Gasse abwärts zum Marktplatz mit dem auf der Mitte befindlichen Mercat Cross fanden, typisch für einen schottischen Marktplatz dieser Zeit. Hier stand das Podest, wo dem armen Gerberjungen das Ohr angenagelt wurde und links davon war der Treppenaufgang, wo Claire den kranken Jungen besuchte. Oben die Fenster, aus denen Claire und Geillis aus deren Gemächern das Schauspiel betrachteten. Man hatte die Häuser fürs Drehen dunkel gestrichen, dem realistischen Zustand von 1743 entsprechend, und hinterher bekamen die Bewohner ihre Häuser wieder in weiß gestrichen, ganz kostenlos, nicht zuletzt deshalb sieht dort jetzt alles so frisch und adrett aus. Wir genossen noch kurz die Gastlichkeit des Admirals Cafés, um dort die Toilette zu benutzen, ein wunderbares Lokal, klein, aber heimelig und sehr freundlich geführt, auch dieses können wir nur empfehlen!
So trafen wir Sabine wieder, um zusammen zu unserem Auto zu gehen, welches auf dem großen Parkplatz am Ortseingang stand.

Unser Weg führte uns ein Stück nach Norden, zum vorletzten Ziel des Tages, nach Falkland, das inzwischen auch jedem Outlanderfan ein Begriff sein wird für das Städtchen, welches für das Inverness des 18. und 20. Jahrhunderts verwendet wurde und wird, denn hier wurde bereits wieder für die 4 Staffel gedreht. Mal sehen, was wir im November 2018 wiedererkennen werden. Der einfache Grund hierfür ist, dass es im heutigen Inverness einfach gar nichts gibt was so aussieht wie in alter Zeit, also hat man sich einen anderen Platz gesucht und in Falkland gefunden. Bereits 2013 für die erste Staffel wurden hier Antennen und Schilder abmontiert, Fassaden anders gestrichen, der Rest mit Computertechnik vervollständigt, aber in Falkland hat es nicht viel, was wegretuschiert werden müsste.
Als erstes wollte ich ganz dringend in den Falkland Palace, hier hatte ich in den vergangenen Jahren immer Pech gehabt und er war geschlossen gewesen, jedesmal aufgrund der fortgeschrittenen Zeit. Wir fanden glücklicherweise einen Parkplatz genau gegenüber des Eingangs und ich ging sofort nach den Tickets und den Öffnungszeiten fragen. Wir hatten Glück, es war gegen 16 Uhr und noch eine Stunde ungefähr offen. Man informierte uns, dass der Giftshop am Ausgang ausnahmsweise an diesem Tag bereits um 14 Uhr geschlossen hatte, aber das stellte für uns zu diesem Zeitpunkt kein Problem dar. Man hatte mir erzählt, dass dort in einem Raum für die Apotheke gedreht worden war, die Claire am Ende von Staffel 2 besucht, um ihre Vorräte aufzustocken und wo sie Mary wieder traf, so waren wir recht gespannt auf diesen Raum.
Gleich die erste Wendeltreppe hoch stießen wir auf herrschaftliche Gemächer. Den Raum dominierend stand ein massives royales Bett aus dunklem Holz mit imponierenden Schnitzereien. Der anwesende Guard erklärte uns, dass dies ein royales Reisebett sei, mit wenigen Handgriffen zu zerlegen und in Kisten verpackbar, wie die edlen Herrschaften dies früher tatsächlich machten, wenn sie ein anderes ihrer Häuser besuchten. Dieses Bett wurde gebaut für den damaligen König, er hat aber wohl nie darin geschlafen.

Währenddessen versuchte ich, den Eigentümer von Schloss Balgedie zu erreichen, um eventuell für diesen Tag noch einen Besuch zu arrangieren, aber leider ging dort die ganze Zeit niemand ans Telefon.


Falkland Palace wurde gebaut als Residenz der Könige James IV. und V. Anfang des 16. Jahrhunderts, als Jagdschloss, u.a. bewohnt von dessen Tochter Maria Stuart (ja genau, sie war wirklich fast überall!), inzwischen ist der große hintere Teil eine Ruine, das Hauptgebäude kann besichtigt werden. Wir wanderten über die Wendeltreppe Etage um Etage abwärts, durch die beindruckende große Schlosskapelle, wo Christina und ich eine lateinische Inschrift entzifferten, bis wir ins Untergeschoss und die nahegelegenen weiteren unteren Räume kamen, wo wir schließlich Claires „Apotheke“ fanden. Der eigentliche Ausgang aus der Anlage hätte danach durch den Giftshop geführt (man soll ja schließlich auf dem Weg nach draußen bitteschön noch etwas kaufen), der war aber wie angekündigt verschlossen und dadurch der Ausgang gleich mit. Mithilfe der Karte und Google Maps suchten wir nach einer Alternative, wir fanden mit einiger Suche den Weg um die große Hecke in den Garten hinter der Fassadenruine und nach draußen. Einen Hinweis an die Aufsicht, die uns grade noch durch den Hauptausgang rauslassen konnte, konnte ich mir dann doch nicht verkneifen. Schließlich hatte man uns gesagt, dass der Giftshop zu war, ohne die Konsequenzen zu erwähnen.

Endlich wieder in Freiheit, zeigte ich meinen Freundinnen die Town Hall, wo Claire in den Sechzigern nach Dokumenten über Lallybroch suchte,  dann widmeten wir uns dem kleinen Marktplatz mit dem prägnanten Brunnen namens Bruce Fountain, wo Frank dem Geist eines Schotten begegnet, dem Covenanter Hotel, welches als Mrs. Baird’s Bed & Breakfast diente und wo man auch heute noch übernachten kann. Es gibt dahinter ein paar Shops, welche sowohl in den 40er als auch in den 60er Jahren vorkommen, einer als das Haushaltswarengeschäft, vor dem Claire über den Besitz einer Vase sinniert, im Café daneben wurde gerade erst für Staffel 4 gedreht. Wir dürfen gespannt sein.
Ein Stückchen die Straße runter gibt es links hoch die Gasse, die Claire gegen Ende der Staffel 2 mit Murtagh und Jack Randall beschreitet, ein malerisches Plätzchen, was mit wenig Mühe eine Zeitreise erleben lässt, leider steht in modernen Zeiten dort meistens ein Auto.
Falkland ist auch eines der Dörfer, in welchem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Man kann mit etwas mehr Zeit das Dorf erlaufen und findet noch viel mehr schöne Plätzchen, es muss ja nicht alles immer um Outlander gehen. Wir aber hatten etwas Wichtiges vor, unser Abendprogramm für diesen Freitag, Gillebrides Konzert in Edinburgh.

Darum fuhren wir in unser nicht weit entferntes Apartment und schafften es, uns alle 5 innerhalb einer halben Stunde umzuziehen und chic herzurichten. Gillebride hatte mir bei unserem zufälligen Treffen im Freiluftmuseum in Newtonmore nochmals Infos über die genaue Adresse gegeben, den Rest fand ich auf Twitter und Google und konnte damit unser Navi programmieren. Es führte mich mitten in die City auf die Royal Mile zu The Canon’s Gate am Canongate 220, wo ich direkt gegenüber vom Eingang einen Parkplatz am Straßenrand fand. Es war schon nach 19 Uhr, somit durfte man dort frei parken. Die Pylonen mit aufgedruckten Halteverbotszeichen machten mir allerdings Sorgen. Ich fragte gleich am Eingang den Wirt Chris, bei dem ich auch telefonisch einen Tisch für den Abend reserviert hatte, der konnte mich beruhigen, die Halteverbote galten erst für den nächsten Tag und somit war mein Auto an diesem Abend sicher. Es stellte sich auch gleich raus, dass ich direkt hinter Gillebride MacMillan geparkt hatte. Wir bekamen einen schönen großen Tisch in der Mitte des Lokals und bestellten unser Abendessen, während an der Seite für die Musik aufgebaut wurde, eine Bühne gab es nicht. Ein Schild zeigte uns an, dass in diesem Lokal einmal im Monat ein Abend mit gälischer Musik stattfand. Gillebride begrüßte uns schließlich überschwänglich, anscheinend doch etwas erstaunt, dass wir tatsächlich gekommen waren, aber schnell füllte sich das Lokal mit Gästen und wir waren tatsächlich froh über die Reservierung. Gillebride nahm mich raus zu seinem Auto, er wollte mir was Besonderes schenken, es erwies sich als ein großes Buch einer befreundeten Autorin, ein Bildband über Kanaldeckel verschiedenster Art, tatsächlich mit dem gewissen Etwas, und auf jeder Seite ein passendes Gedicht jeweils in Gälisch, Englisch, und – Deutsch! Ich kann gar nicht sagen, wie überrascht und erfreut ich war über seine Großzügigkeit. Inzwischen hatte ich Zeit, in das Buch reinzuschauen und allein schon die Idee ist preisverdächtig, die Gedichte witzig bis berührend, auch die englischen, die gälischen können wir ja leider nicht verstehen.
Mindestens genauso überrascht war ich über die bestellte Fischsuppe, die sich in Qualität und Geschmack als die beste entpuppte, die ich in den letzten 30 Jahren gegessen hatte. Und das Hauptgericht, eine gemischte Fischplatte, erwies sich als genauso erstklassig - bei den Anderen war es ähnlich – hätten wir eigentlich in so einem optisch einfachen Lokal gar nicht erwartet. Dazu noch Gillebrides wundervolle Musik, später mit anderen Künstlern und auch einfach Leuten aus dem Publikum, die einen Song zum Besten gaben, allesamt wunderbare Sänger, die auch ordentlich bejubelt wurden. Kurz, wir hatten einen wunderbaren Abend, der wohl nur noch vom Folgeabend überboten werden konnte, dem Highlander Fling, dem geplanten Höhepunkt unserer Reise, um dessen Termin herum wir auch den Verlauf unserer Reise geplant hatten.

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© Daniela Biela