Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland
Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland

Dienstag 14.09.2021

 

Am Dienstag mussten wir uns bereits wieder von unserem Ferienhaus in Letterkenny verabschieden, nun ging es endgültig rüber nach Nordirland. Wieder reisten wir praktisch unbemerkt über die Grenze und merkten nur, dass mein Handy-Navi lästigerweise wieder in Meilen rechnete. Die erste Fahrt dauerte ungefähr 90 Minuten und war minutiös geplant, denn einer der großen Höhepunkte der Tour stand an, der Giant's Causeway, und hierfür hatte ich ein genaues halbstündiges Zeitfenster für die Ankunft buchen müssen. Die Buchung war auch nicht weit im Voraus möglich und weil man nicht genau wusste, wann Termine freigeschaltet wurden, hatte ich immer wieder online schauen müssen, damit es nicht am Ende ausgebucht war, weil nur der Vormittag dieses Tages in unsere Route passte. Bereits der Weg dorthin bot immer wieder schöne Ausblicke und endlich waren wir dort auf dem Parkplatz vor dem riesigen Besucherzentrum. Wir fanden auch gleich die Toiletten, aber zum Eingang mussten wir dann ganz nach vorne, die Regeln dort waren besonders streng, auch bis wir endlich eingecheckt hatten und rein durften. Dann gab es die Wahl zwischen einer geführten Tour mit Kopfhörern, die später beginnen sollte, oder der freien Tour zum Laufen mit Headsets, die wir auf unsere Sprache eingestellt bekamen und wir entschieden uns für Letzteres. Es lockte bereits der große Giftshop, durch den wir durchmussten, aber wir verschoben das auf später. Draußen ging es erst einmal eine ganze Weile an die Küste und steil bergab, dann war immer mal wieder eine Markierung mit einer Nummer versehen, zu der man sich den entsprechenden Text anhören konnte. Um die ganze Küste, ein großes Naturdenkmal, rankt sich die Legende um den sagenhaften irischen Riesen Finn, der dies alles geschaffen hat und was dort alles passiert ist. Die ersten beiden großen runden Hügel sind Heuhaufen, die er gemacht hat.

Der Felsen in der nächsten Bucht sahen von der östlichen Seite aus angeblich wie ein Kamel aus. Die Wellen schlugen auf die großen Steine, es war auflaufende Flut und es gab uns bereits einen Vorgeschmack auf die wilde Macht der Natur, die wir weiter noch erleben würden!

Immer weiter näherten wir uns dem Zentrum des Naturschauspiels, dem sogenanten Damm des Riesen, der weit ins Meer hinausragt wie eine abgerissener Verbindungsweg übers Meer bis nach Schottland. Dort, auf der Insel Staffa, gibt es tatsächlich das Gegenstück zu diesen Steinformationen. Es sind durch Vulkanismus geschaffene Basaltsäulen, meist sechseckig, die wie Bienenwaben aneinander liegen und ein grandioses Küstenpanorama bieten. Wir kämpften uns durch immer mehr Touristen bis zu einem größeren Platz vor einen natürlichen Durchgang, dahinter ging es weiter mit Stationen wie den Orgelpfeifen, der Harfe, dem Amphitheater und anderen grandiosen Formationen. Im hinteren Bereich waren die Steine überwiegend rostbraun, alle unterschiedlich hoch, manche mit einer leichten Vertiefung durch Trittspuren und/oder Verwitterung, man musste jeden, wirklich jeden Schritt bewusst setzen und den Blick nach unten richten, es war eine einzige Kletterei. Wir waren total überwältigt, anders kann ich es nicht formulieren.

Nun entschieden wir uns doch, den nicht ungefährlichen Weg nach vorne an die Landspitze anzutreten. Karin hütete solange unsere Jacken und Taschen. Wir hatten ihr der Form halber angeboten mitzukommen, denn wir achteten eigentlich sorgfältig darauf, dass sie nicht wieder wie in 2018 stürzte. Ihr Kommentar: "Ich bin noch zu retten, sagte der Arzt." Um nach vorne zu kommen, mussten wir erst einmal hoch auf den Hügel in der Mitte, das war eine ziemliche Kletterei, jeder suchte sich hier seinen eigenen Weg, danach ging es weiter nach vorne. Dort, wo auch die Wellen mal hinkamen, waren die Steine nicht mehr rostbraun, sondern schwarz und nass und bis ganz vor, wo sich die Wellen überschlugen, gingen wir nicht, davor waren wir eindringlich gewarnt worden. Die Wellen hätten uns einfach mitgerissen. Wir machten tolle Bilder und Videos, auch eine Führerin war dort und machte Bilder von uns. Die Schönheit und Macht der Natur waren einfach atemberaubend, wir hätten stundenlang dort stehen können. Es war auflaufende Flut und eine Welle war überwältigender als die vorherige. Immer wenn man dachte, man hätte was Tolles gesehen, kam noch etwas Besseres!

Wir konnten uns wirklich kaum losreißen, aber so langsam traten wir den steilen Aufstieg Richtung Besucherzentrum an. Wir erklommen noch über eine Treppe den Hügelkamm über dem Besucherzentrum, aber so wirklich viel gab es da oben nicht mehr zu sehen. Natürlich mussten Conny und ich dort noch den Giftshop leerkaufen, Conny mit Schmuck und Geschenken für sich und die Familie, ich mit Geschenken für eine Freundin, die bald Geburtstag hatte und einem teuren dreifarbigen Schmuckset für mich. Das Anprobieren erwies sich als schwierig, weil die Sachen wegen Corona einzeln in Folie eingepackt waren und ich bei den Ringen nur einen pro Größe M und L anprobieren durfte, schließlich fand ich aber doch noch, was ich suchte.

Von da an fuhren wir an der Nordküste entland nach Osten und fanden gleich eine Bucht weiter wieder ein tolles Fotomotiv, eine wunderbare Bucht mit einem herrlichen Sandstrand:

Mein nächstes Ziel des Tages war ein paar Kilometer östlich die berüchtigte Hängebrücke Carrick-a-Rede an der Antrim Coast. Wir wussten zwar noch nicht, ob wir wirklich rüber wollten und es kostete auch 9 Euro Eintritt, aber anschauen wollten wir es uns auf jeden Fall. Das Schicksal machte uns aber wieder mal einen Strich durch die Rechnung, die Brücke war nämlich an diesem Tag gesperrt. Anschauen und fotografieren konnten wir sie auch nicht, dazu wäre ab dem Parkplatz ein 15-20minütiger Fußweg nötig gewesen. Dieser hätte zwar nichts gekostet, aber es begann gerade zu regnen und so ließen wir das. Wenige Minuten später waren wir froh darum und bedauerten alle, die dort gerade unterwegs waren, denn es begann in Strömen zu regnen und wir wären völlig nass geworden.

So fanden wir als nächstes in Ballymena eine schöne Kirche, bei der wir spontan anhielten.

Wir fuhren weiter die schöne Küstenstraße entlang und immer wieder tat sich eine neue atemberaubende Aussicht auf über Küste und Meer. Eine schöne Burg direkt an der Küste über Belfast war Carrickfergus Castle. Dies ist die größte und eindrucksvollste Burg von ganz Irland. Wir fanden einen Parkplatz direkt am Hafen, aber leider war der Eingang geschlossen, sodass wir nur außenrum fotografieren konnten, und wir kamen nicht rein in den Burghof. Sehr schade! Eine Angestellte bot uns noch eine Führung gleich um 9 am nächsten Morgen an, aber wir ahnten schon, dass wir das zeitlich nicht mehr schaffen würden und da unser Weg immer weiter südlich führte, würden wir hier nicht mehr vorbeikommen.

Nun ging es zu unserem letzten Miethaus in der nördlichen Stadtmitte von Dublin, ein Reihenhaus an einer Hauptstraße gelegen. Wir hatten Glück und fanden einen Parkplatz am Straßenrand, direkt vor dem Eingang, so dass wir gut ausladen konnten. Der Schlüssel war hinter einer mit Code gesicherten Schlüsselbox. Das Haus war schmal, wie viele irische Reihenhäuschen, mit einer steilen Treppe und oben zwei kleinen Zimmern und Bad. Karins Einzelzimmer hatte etwas mehr Platz, das Bad war klein und fast ohne Ablagen, Connys und mein Zimmer hatte nur Platz für zwei Betten und einen Nachttisch dazwischen, darum lagerten wir unsere Koffer im Wohn-Esszimmer. Dies war schön groß geschnitten mit einer Couch und Fernseher (den wir nicht brauchten) und einer modernen Küche daneben. Außerdem einen kleinen Innenhof, wo Karin rauchen konnte. Wir gingen gegenüber bei Lidl einkaufen, ich vergewisserte mich bei Anwohnern, dass unser Auto dort WIRKLICH kostenlos stehen bleiben konnte und wir schauten nach einem Lokal fürs Abendessen.

Wir fuhren mit Hilfe des Navis in Dublins Stadtzentrum und fanden recht schnell einen Parkplatz. Es war Dienstag Abend gegen 19 Uhr, irgendwie war es dort erstaunlich leer. Das gebuchte Restaurant war etwas schwer zu finden in einer winzigen Gasse, leider bekamen wir dort kein richtiges Essen, man schickte uns weiter, erst beim übernächsten Lokal hatten wir Glück und landeten in der Thirsty Goat, einem urigen Pub. Live Musik gab es auch um die Ecke in einem offenen Biergarten, aber dort war kein Platz mehr und zum draußen sitzen war es auch zu kalt. Auf dem Weg zum Auto ist uns dann noch dieses fröhliche Partytaxi begegnet.

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© Daniela Biela