Daniela's Blog - Outlander Tours Schottland
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Samstag, 27. April 2019

 

Für den Samstag oder Sonntag hatte ich uns auf der Burg angemeldet. Wir hatten ja nach Karins Unfall im letzten Jahr die Zusage, dass wir nochmal umsonst rein dürften, ich war mit der Managerin Elizabeth per Email in Kontakt geblieben und sie hatte uns bestätigt, dass Tickets am Eingang für uns bereit lägen und sie auch vor Ort wäre. Nun wollten wir aber erst mal frühstücken und sahen zu unserer großen Freude, wie auf dem Parkplatz direkt gegenüber ein Wochenmarkt aufgebaut wurde. Also wurde das Frühstückscafé gestrichen und wir beschlossen, auf dem Markt nach Essbarem zu suchen. Wir fanden alle möglichen Stände, mehrere Bäcker und auch einen Kaffeestand, es gab frische Erdbeeren, ich fand sogar Milch und Honig (für meine Erkältung) und Orangensaft, also hatten wir das perfekte Frühstück, wir kauften sogar noch etwas mehr für den nächsten Tag und in unserer Küche ließ sich mit dem Wasserkocher auch ruckzuck Tee zubereiten, die Milch musste ich allerdings auf dem Gasherd warm machen, ganz ungewohnt für mich.

An dieser Stelle muss ich auch noch was über das Wetter anmerken. Der Wetterbericht war im Voraus für Süddeutschland und Schottland ungefähr gleich gewesen, gleich grausig, nämlich nur so etwa 7 – 12 Grad an den meisten Tagen und viel, viel Regen. Dementsprechend hatten wir uns eingerichtet, sozusagen moralisch und kleidungstechnisch. Bereits der Freitag Abend war trüb, aber trocken gewesen, nicht besonders kalt, aber der Samstag Morgen begrüßte uns mit Sonnenschein und morgendlich angenehmen Temperaturen. Wir beschlossen daher an diesem Tag ins Castle, in die Burg zu gehen. Ein kurzer Fußweg von 10 Minuten brachte uns über die ansteigende Straße Johnston Terrace und die Treppe hoch zum Castlehill, wo ich am ersten Häuschen gleich mal nachfragte. Eine junge Frau fragte per Funk nach, es hieß wir sollten rein zum Ticketschalter, da lägen die Tickets bereit. Wir schauten uns noch auf der Esplanade um, so heißt der unterhalb gelegene riesige Burghof, wo jedes Jahr im August das Tattoo stattfindet (eine 100%ige Empfehlung für Jeden, der das noch nicht gesehen hat!) und machten die ersten Bilder bei toller Weitsicht. Wir gingen in den ersten Burghof und Richtung Ticketschalter, wo ich nachfragte und auch gleich Elizabeth traf. Wir nutzten die Gelegenheit, uns nochmals persönlich herzlich zu bedanken und siehe da, für uns alle 5 gab es Tickets und Headsets wie versprochen. Nun konnten wir langsam die Burg erkunden und gingen von einem Bereich höher in den anderen. Das Wetter wurde immer wärmer und schließlich waren mir sowohl das Futter als auch meine Jacke zu warm, worauf ich sie auszog und an meine Handtasche band, um sie nicht zu verlieren. 

Vor dem Museum für die Royal Scots Dragoon Guards wurden Bilder mit einem hübschen Kiltträger gemacht, danach ging es rein in die Ausstellung. Schließlich wartete ich draußen mit Karin und Christina auf Sabine und Conny, die schließlich mit einiger Verspätung ankamen und von dem mehr als merkwürdigen Fahrstuhl berichteten, bei dem man immer den Knopf für AUF oder AB gedrückt halten musste, weil aber abwechselnd oben und unten gedrückt wurde, fuhren sie ein paar mal auf und ab, ohne jedoch aussteigen zu können, und das in einem kleinen Ding für nur 2 Personen – Lost in the Elevator, wie wir dann feststellten – und ich musste natürlich noch ein Bild von dem Aufzug machen.

Es ging weiter aufwärts zu einigen anderen Gebäuden, schließlich wollte Sabine ins Castle Café und wir vereinbarten, sie später dort zu treffen. Conny stellte sich in die elend lange Schlange für die Kronjuwelen (die meisten wollten nicht) und ich ging mit Christina zu Sabine ins Café, dies hatte einen wunderbar hellen kleinen innenhoff, man hatte dort einfach ein Glasdach zwischen zwei Gebäude gezogen, dort gönnten wir uns eine Kleinigkeit und genossen den Tag und die gute Gesellschaft. Es gibt dort preisgekrönte Torten für über 5 Pfund das Stück, aber ich war mit meinem Cheesecake, bei uns würde man es ein Joghurttörtchen mit Obst nennen, sehr zufrieden. Auch Conny und Karin kamen irgendwann dazu. Bevor wir weitergingen, suchten wir noch die Toiletten auf, wo wir zu unserer großen Erheiterung darauf hingewiesen wurden, bitte NICHT auf die Klobrille zu stehen…

Draußen im Burghof fand Conny dann einen Seiteneingang ohne Schlange (die war inzwischen auch viel kürzer), wo wir direkt zu den Kronjuwelen gelangten und dann doch noch rein gingen. Ganz oben vor der Kapelle stießen wir dann noch auf eine Hochzeitsgesellschaft und genossen die prachtvolle Aussicht über die Stadt und den Forth, die Flussmündung. Auch die Kanonenkugeln, über die Karin im Vorjahr so übel gestolpert war, fanden entsprechende Beachtung, irgendwie hatten wir alle das ganz anders in Erinnerung.

Auf dem Weg Richtung Kapelle stießen wir auf eine Hochzeitsgesellschaft, welche auf dem Rasen posierte. Sowohl der Bräutigam als auch der Brautvater trugen natürlich stolz ihren Kilt

 

Auf der obersten Dachterrasse stießen wir schließlich auf die im Boden eingelassenen Kanonenkugeln, über welche Karin im Vorjahr so unglücklich gestürzt war und stellten fest, dass jede von uns die Umgebung ganz anders in Erinnerung hatte. Wirklich seltsam, wie unser Bewusstsein in Ausnahmesituationen manchmal arbeitet.

Diesmal genossen wir aber ganz besonders die traumhafte Aussicht - vor allem, weil der Wetterbericht nur einen Tag vorher Schlechtwetter prognostiziert hatte. Darum schleppte ich auch immer noch meine Regenjacke und das Winterfutter mit mir herum. Doch seht selbst:

Nach einem Besuch der Kapelle St. Margret's Chapel, welche gleichzeitig das älteste erhaltene Gebäude Edinburghs ist, verließen wir das Burggelände.

Da die Burg hoch oben auf einem Vulkansattel sitzt, geht es von da aus ständig steil abwärts in die Stadt, runter zur sogenannten Royal Mile, die bis zum Holyrood Palace führt.

Die Burg gehört dem Trust, aber der Palast gehört der Queen. Wir genossen eine Weile das muntere Treiben auf der Hauptstraße, die große Auswahl der Schaufenster und Shops, bis wir dann rechtzeitig zum Apartment zurück gingen, um uns auf den Abend vorzubereiten. Sabine hatte für 4 von uns Karten für das Musical Matilda reserviert, vorher wollte sie mit uns in einem indischen Restaurant zu Abend essen, welches direkt gegenüber dem Playhouse liegt. Wir bestellten uns ein Taxi, welches auch pünktlich kam, zum Laufen war es viel zu weit. Beim Inder mussten wir uns erst mal mit der ungewohnten Speisekarte vertraut machen, wurden aber von Sabine, die sich nach mehreren Indienreisen wirklich gut auskennt, und unserem Kellner ausführlich beraten. Etwas chilifreies zu finden war gar nicht so einfach, aber schließlich fand auch ich etwas.

 Das Timing zum Beginn der Vorstellung war gut, wir konnten einfach über die Straße, Sabine holte die Tickets am Schalter und rein ging es in ein ehrwürdiges altes Gebäude. Dadurch dass wir relativ kurzfristig gebucht hatten, hatten wir keine Plätze nebeneinander bekommen können, aber teilweise wenigstens in Sichtweite voneinander.
Mein Platz war von der Aussicht her nicht schlecht, zweite Reihe am weit vorgezogenen Balkon, aber so wenig Beinfreiheit hatte ich noch nie gehabt, nach unten unter den Sitz des Vordermanns strecken ging auch nicht und recht schnell schliefen mir die Beine ein. Meinen Sitznachbarn ringsum ging es natürlich genauso, die an den Seiten zu den Treppen hin konnten sich wenigstens in diese Richtung drehen und taten dies auch.

 

Endlich begann die Vorstellung, gleich mit einer Kindergruppe und ich weiß nicht genau, was ich erwartet hatte, aber das ging weit darüber hinaus. Es traten ca. 12 Kinder auf, alle sowohl sportlich als auch musikalisch schwer gefordert, die Harmonien waren durchaus nicht leicht zu singen, zumal für Kinder. Das durchaus ansprechende Stück arbeitete auch mit ständigen, meist automatischen Bühnenumbauten und wurde nach einer Viertelstunde für knapp eine halbe Stunde unterbrochen, weil ein Bühnenteil stecken geblieben war. Dadurch war es noch länger bis zur Pause, bis wir endlich aufstehen durften. Die Schlange vor der Toilette war auch die längste, die ich je gesehen hatte... hatte sie zuerst ganz kurz eingeschätzt, bis ein Ordner mich darauf aufmerksam machte, dass sie neben einer Kreuzung von Gängen fortgesetzt wurde...

Als ich endlich zurück kam, war die Pause längst beendet und ich wollte nicht unbedingt in meine Reihe zurück. Nicht nur die Aussicht auf quälende Enge schreckte mich ab, ich saß auch ziemlich in der Mitte, viele Leute hätten wegen mir alle nochmal aufstehen müssen. So wollte ich mich wie etliche Andere auch auf die Treppe setzen, ein Ordner verhinderte dies jedoch, doch gar nicht unfreundlich, im Gegenteil, er bot mir den ihm zustehenden Klappsitz an der Wand an und als ich eine Aufschrift auf der Bühne nicht lesen konnte, bekam ich auch noch ein Opernglas von ihm! Die zweite Halbzeit war also mehr als gerettet und von meinen freundlichen Sitznachbarn bekam ich auch nach Ende der Vorstellung meine Jacke gereicht, die auf meinem Sitz verblieben war.

Nachdem wir uns alle 4 (Christina war nicht mit dabei gewesen) im Foyer wieder getroffen hatten, beschlossen wir, noch nach nebenan in den urigen Pub Theatre Royal Bar zu gehen und den Abend mit einem Drink ausklingen zu lassen.
 

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© Daniela Biela